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Einige werden sich wundern, dass wir anstatt nach New
Orleans, jetzt auf einmal nach Denver rübergefahren sind. Doch wir wollen
all die Nationalparks im Westen noch vor dem Wintereinbruch durchackern
und ausserdem soll zur Zeit rund um Moab (Utah) die beste Zeit zum
Mountainbiken sein.
In St. Louis angekommen merkt man, dass man sich den Südstaaten nähert,
der Akzent ist Chewing Gum mässig gedehnt und nicht immer leicht zu
verstehen. Am meisten haben wir über das Nightlife gestaunt: Downtown
werden um 18:00 die Bürgersteige raufgeklappt, selbst die Fastfoodläden
schliessen und danach ist tote Hose. Unser Parkplatz, der auf den ersten
Blick ganz gut ausgeschaut hat, entpuppt sich als ziemlicher Reinfall, da
er unmittelbar neben der Bahnlinie liegt und alle halbe Stunde ein 120
Wagen langer Güterzug unter ohrenbetäubendem Lärm vorbeischleicht. An
Einschlafen ist nicht zu denken. Somit machen wir uns wieder auf die Suche
und finden neben dem Footballstadion eine Bleibe. Dort hat sich auch schon
eine riesige Menschenschlange gebildet, die alle vor dem Stadion
übernachten und auf den Vorverkauf von Tickets warten.
Von St. Louis aus ging es weiter nach Kansas City. Dort sind wir am Abend
angekommen, kurz Downtown angeschaut und haben, wie im Reiseführer
geschrieben steht, festgestellt, dass Kansas City touristisch herzlich
wenig zu bieten hat, haben uns in den Wagen gelegt und sind am nächsten
Morgen früh Richtung Denver losgefahren.
Die Strecke von Kansas City nach Denver ist 1000 km langweilige Steppe,
die wir so schnell wie möglich hinter uns bringen wollten. Der einzige
Vorteil war, dass jeweils der Beifahrer viel Zeit hatte, das Tagebuch zu
schreiben, Reiseberichte zu erstellen, mails zu schreiben, Reiseführer zu
studieren, etc, etc, da es alle halbe Stunde genügte mal rauszuschauen.
Nach elf Stunden Fahrt sind wir in Denver angekommen.
Denver liegt genau eine Meile (1600m) hoch und dementsprechend kalt war es
auch in der Nacht. Im Campground des State Parks mussten wir mal wieder
die Wäsche waschen, den Wassertank auffüllen und den 20'000 km Service
organisieren. Denver selber hat eine schöne Innenstadt mit einer
autofreien Fussgängerzone, vielen Strassencafés und einem kostenlosen
Busservice, der durch Downtown verkehrt. Gemütlich schlenderten wir durch
die Stadt und genossen den Sonnenschein.
Eigentlich wollte wir den Service am Landy selber durchführen, doch es war
keine Garage aufzutreiben, in der wir selber werkeln konnten. Somit fuhren
wir zu Landrover East, der eine, für amerikanische Verhältnisse, riesige
Auswahl an
Landrovern und eine excellent ausgestattete Werkstatt hat. Der Service
ging rassig vor sich und somit können wir wieder die nächsten 20'000 km
unter die Räder nehmen. Als Geschenk sie uns noch zwei Offroadführer für
Colorado und Moab mitgegeben, damit wir unseren Landy auch abseits der
Strassen einsetzen können, doch davon mehr im nächsten Reisebericht. |