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Nachdem der Landy auf Vordermann gebracht wurde, ging es
von Denver aus in die Rockies. Es ist unglaublich, ein dreispuriger
Highway führt durch die Berge und schlängelt sich über Pässe von über 2700
Metern Höhe. Wir haben bei Idaho Springs eine schottrige Abkürzung
Richtung Rocky Mountain NP genommen und fuhren bis zum Park auf einer
Kammstrasse in einer Höhe von etwa 2700 Metern. Im Park machten wir noch
eine kurze Wanderung zum Bierstadt Lake (nein, Petr hat nicht gehofft es
gäbe Bier dort !!!), doch nicht einmal Wasser hat es dort gehabt, voll
ausgetrocknet war die Pfütze! Es ist schon gewöhnungsbedürftig auf fast
3000m in Wäldern herumzuwandern, da die Aussicht von den Bäumen verdeckt
wird; die Baumgrenze ist hier bei ca.3500m angesiedelt. Anschliessend
schlängeln wir uns auf den 3713m hohen Iceberg Pass hoch. Die Berge
rundherum sind im Vergleich zu den Alpen sanfter und viel weniger schroff.
Die Nacht haben wir im Park auf 2700m Höhe und -12 Grad Celsius
Aussentemperatur im Auto verbracht. Im Auto drin ist die Temperatur auf
"wohligen" 0 Grad geblieben, doch am Morgen stand Eis kratzen auf dem
Programm, aber von innen! Zum Glück hat uns Marc zu sich in sein Wohnmobil
zu einem üppigen Frühstück eingeladen, so konnten wir wieder ein wenig
auftauen.
Vom Rocky Mountains NP folgten wir dem Colorado River, durch
wüstenähnliche Landschaft und sind dann Richtung Lake City abgebogen, um
eine kleine Schotterstrasse über den Engineer Pass zu nehmen, der fast
4000m hoch ist und landschaftlich sehr attraktiv sein sollte (gemäss
Offroadbuch). Landschaftlich wurden wir nicht enttäuscht, die Strasse
wurde gegen oben hin immer anspruchsvoller, wir sind nur noch im
Kriechgang raufgefahren, die Aussicht war einmalig, doch auf 3800m war
Endstation: Dicke Schneemassen blockierten den Weg und verunmöglichten
eine Überquerung. So parkten wir unseren Landy, packten die Wanderschuhe
aus und nahmen die letzte Meile unter die Füsse. Das Panorama der uns
umgebenden, schneebedeckten fast 5000er und die Stille hatte etwas
Erhabenes an sich. Vor lauter Aussicht geniessen hat es mittlerweile
eingedämmert und wir war immer noch auf fast 4000m. Bei Dunkelheit
erreichten wir eine Ebene auf 3400m, wo wir unser Nachlager errichteten.
Die Temperaturen sind über Nacht auf über -15
˚C abgesunken. Gekocht , gegessen und geschlafen wurde im Landy drin. Wir
haben diese frostigen Temperaturen erstaunlich gut hinter uns gebracht,
einzig das Rausschälen aus dem wohlig warmen Schlafsack und dann die
Warterei auf die wärmende Wirkung der Sonne, liess und mit den Zähnen
klappern. Doch ein warmer Toast und eine heisse Schoggi liess unsere
Lebensgeister langsam auftauen.
Nach dieser gescheiterten Rockies-Überquerung mussten wir den ganzen Weg
von Lake City zurück fahren. Weitere Pässe liessen wir bleiben und sind
schnurgerade nach Moab gefahren.
Moab war früher ein Minendorf in welchem nach Uran, Kobalt etc. geschürft
wurde. Daher existiert ein weitläufiges Netz von besseren und schlechteren
Schotterstrassen, die jetzt von zwei- und vierrädrigen Offroadern und
Bikern genutzt werden. Bekannt sind vor allem die Slickrocks: Sandstein
der unglaubliche Schräglagen erlaubt, doch davon mehr im nächsten
Reisebericht. |