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Nachdem wir, wie im letzten Reisebericht beschrieben, den
Schlamm aus den Rädern rausgepopelt haben, liess uns diese Strecke nicht
los, wir mussten es noch einmal versuchen! Die Bedingungen waren gut: Die
Sonne hat den ganzen Vormittag draufgebrannt und daher sollte die Strecke
einfacher zu befahren sein. Nach dem Mittagessen nahmen wir die Cottonwood
Canyon Road nochmals unter die Räder. In der Tat, die Strecke war
einfacher befahrbar, vor allem auch, weil wir kein weiteres Auto hinter
uns herschleppen mussten. Einzelne Passagen wurden wieder kniffliger und
wir sind quer driftend durch die Kurven gezogen, doch weiterhin, kein
Problem, bis, tja..., bis eben dieses Schlammloch kam, das der Fahrer
(nicht Fahrerin!), mittlerweile mutig geworden, falsch einschätzte und die
ganze Fuhre bis zum Chassis hin versenkte. So hiess es denn, Schuhe
ausziehen und rein in den Schlamm. Esther wollte schon immer
Wellnessferien mit Krafttraining, Fango etc. machen, doch wahrscheinlich
hat sie sich das anders vorgestellt. So hiess es denn Steine schleppen und
die Fahrbahn verfestigen, doch leider fruchtete dies wenig, der Landy sass
zu tief in der Sch.... Schlamm, natürlich! So konnten wir zum ersten Mal
den HiJack (Wagenheber) im Ernstfall benutzen: Wagen anheben, Steine unter
die Räder und siehe da, schon waren wir draussen. Das ganze Spässchen, vor
allem die Fussputzerei, bis wir wieder in die Schuhe rein konnten, hat uns
zwei Stunden bei mittlerweile frostigen Temperaturen gekostet und Wasser
im hinteren Differential eingebracht. Bei Dunkelheit sind wir in
Cañonville eingetroffen und konnten kostenlos auf dem KOA Campingplatz
übernachten, thanks Preston and see you in Mexico!!!
Am nächsten Tag ging es rauf zum Bryce Canyon, der Parkeingang liegt auf
2400m Höhe und steigt noch weiter auf 2750m an. Der Bryce Canyon ist
weniger ein Canyon, sondern eine Abbruchkante mit bizarren, Hoodoos
genannten Felsformationen. Wir packen unsere Wanderschuhe aus und steigen
in diese faszinierenden Felsenwelt ein. Übernachtung beim Parkeingang bei
-10˚C Aussen- und "wohligen" -5˚
Innentemperatur. Am nächsten morgen fahren wir zum Südzipfel des Parks, um
uns aufzuwärmen und geniessen dort, mittlerweile aufgetaut, das Zmorge und
den Ausblick. Vom Bryce Canyon geht es durch den Red Canyon und dem Corral
Pink Dunes Statepark zur Osteinfahrt des Zion NP. Wuchtige und steile
Felsen begrenzen das enge Tal, in das sich der Virgin River reingefressen
hat. Wiederum packen wir unsere Wanderschuhe und kraxeln den kühn in den
Felsen gehauenen "Angels Landing" Pfad rauf. Die letzten 100 Höhenmetern
geht es auf einem exponierten Felsgrat, der auf der einen Seite 450 Metern
ungebremsten Fall anbietet, rauf zum Gipfel. Die Aussicht, die sich uns
bietet, ist schlichtweg einmalig. Am nächsten Tag wandern wir noch eine
halbe Stunde tief in den Canyon hinein, bis uns der Fluss stoppt. In den
Sommermonaten kann man den Canyon in einer 12-stündigen Wanderung, in bis
zu brusthohem Wasser, durchwaten. Doch das ist uns jetzt definitiv zu
kalt. Vom Zion NP aus, machen wir einen Ausflug über das Kolob Reservoir
nach Cedar City, über eine verschneite, mit Espen übersähte wunderschöne
Ebene. Einziger Wehrmutstropfen: Der Landy ist ein wandelnder Dreckklumpen
und muss mal wieder in die Waschstrasse.
In Cedar City checken wir unsere mails, tanken auf, putzen den Landy,
suchen ergebnislos das passende Öl für das Differential und übernachten
mal wieder auf einem Wal Mart Parkplatz.
Von dort geht es tags darauf vom Colorado Plateau, auf dem wir die letzten
6 Wochen nie unter 1600m und bei Nachttemperaturen selten über dem
Gefrierpunkt verbracht hatten, runter Richtung Las Vegas auf eine Höhe von
500 Metern und herrlichen Tagestemperaturen von 20˚C und hitzigen
14˚C nachts. Seit Denver können wir wieder mal unser Dachzelt auspacken
und geniessen einen herrlichen Sonnenaufgang vom Dachzelt aus.
Als nächstes geht es rein nach Las Vegas. Sollten keine Reiseberichte mehr
erscheinen, so haben wir den Landy verspielt und verdienen uns das Geld
für das Rückflugticket mit Tellerwaschen. |