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Jaaaaaa, hier sind wir wieder, haben weder Genick noch
Skispitze gebrochen und haben acht wunderbare Tage rund um Vail mit
Skifahren verbracht. Es war absolut geil, die gesamte Leserschaft verzeihe
uns diesen Ausdruck, doch momentan sind andere Worte rar, um das Erlebte
zu beschreiben.
Am Skirennen haben wir neben einigen Tschechen, die hier schwarz arbeiten,
auch Bettina und Stefan, zwei Langenthaler (Switzerland) kennengelernt,
die sich auf Honeymoon befinden, eine ähnliche Strecke hinter sich haben
und auch als Low Budget Traveller unterwegs sind. So haben wir unsere
Erfahrungen betreffend günstigen Übernachtungs- und
Verpflegungsmöglichkeiten (Wal Mart, 1$-Shops, Coupons, etc.) im Swiss
Stübli zu Beaver Creek ausgetauscht, war echt ne Gaudi.
Beaver Creek ist ein Retortenskiort im Stil von St. Anton und ziemlich auf
SchickiMicki getrimmt. Das Skigebiet ist nicht allzugross, ca. 15 Lifte,
doch hat es unzählige Schneisen, die in die Wälder gehauen wurden und zum
Herumdüsen einladen. Die Pisten sind perfekt präpariert und an einem
Schattenhang entdeckten wir sogar noch eine perfekt pulvrige Buckelpiste.
Beim Auto angekommen, hatten wir einen Zettel unter dem Scheibenwischer,
auf dem wir die Email-Adresse von Fritz vorfanden, der mit seiner Freundin
Veronika in Keystone Skiunterricht gibt.
Die nächsten Nächte verbrachten wir auf dem Oberdeck des Parkhauses in
Vail. Perfekt im Zentrum gelegen, können wir die Toilette des Parkhauses
benutzen und die noble Bibliothek mit Lederfauteuil und Chemineefeuer wird
neben der Piste unser zweites Zuhause.
Vail ist mit ca. 35 Anlagen das grösste Skigebiet in Nordamerika und
bietet viele abwechslungsreiche Pisten.
Was ist nun anders hier in den Staaten, als in den Europäischen
Skigebieten? Hier einige Unterschiede:
a) Hier in Colorado sind die Gebiete hoch gelegen: Vail ist auf 2500 m.ü.M
und es geht rauf auf 3600 Meter
b) Die Baumgrenze liegt auf 3600 Metern, das heisst, man fährt die ganze
Zeit in Waldschneisen oder falls der Wald lichter ist, zwischen den Bäumen
herum
c) Bedingt durch die Höhe, ist der Pulverschnee wirklich leicht, man kann
hier 10cm Schnee, der auf der Motorhaube liegt, einfach wegblasen. Macht
das Schneeschippen einfacher!
d) Die Skigebiete hier sind eher klein: 10-15 Lifte sind die Regel
e) Die Berge hier sind nicht so schroff und wild wie z.B: in Verbier oder
Chamonix, sie erinnern eher an den Schwarzwald oder Voralpen
f) Es ist verdammt teuer hier: eine Tageskarte in Vail kostet 71$, Aspen
ist 68$ (ja, richtig gelesen, Dollar) zum Glück ist der Wechselkurs zur
Zeit günstig. Wir konnten ein 10-Tage Abo lösen, was die ganze Sache noch
finanziell erträglich machte. Ein Tag Privatlektion mit einem Skilehrer
schlägt mit ca. 500$ zu Buche!!!
g) In den Restaurants auf den Pisten ist PicNic erlaubt, so konnten wir
unseren selbst gebrauten Tee und Bouillon und die in Handarbeit
geschmierten Sandwichs an der Wärme futtern.
h) Der Service wird hoch geschrieben: Man wird am Morgen beim Lift nett
begrüsst, Freiwillige fahren auf den Pisten herum und helfen, falls man
nicht mehr weiss wo man ist, am Eingang der Kneipen stehen nette Damen
herum und verteilen Kleenex, um die tropfenden Rotznasen einzudämmen, etc.
i) Das Skiniveau ist eher mässig, selbst das der Skilehrer.
Soweit zu den Unterschieden.
Breckenridge hat uns nicht so gut gefallen, es war kalt, windig, die
Pisten eisig und nicht allzu anspruchsvoll.
In Keystone haben wir nach einigen mails hin und her Fritz und Veronika
getroffen. Die beiden hatten schon einige Saisons in Meiringen-Hasliberg
Skiunterricht erteilt und versuchen nun ihr Glück hier in Keystone. Wir
konnten über eine Woche bei ihnen bleiben und von dort aus die Pisten
unsicher machen. War echt super, eine warme Bleibe während dieser Zeit zu
haben und den Kaiserschmarren werden wir auch nicht so schnell vergessen, herzlichen
Dank Veronika und Fritz.
In Keystone konnten wir das erstemal in 20cm Colorado-Pulver herumdüsen,
es war einfach genial!!! Den Skitag haben wir noch verlängert und sind am
Abend noch Nacht (nicht Nackt!!!)-Skifahren gegangen. Es ist das grösste
Nachtskigebiet hier in den US und etliche Pisten sind beleuchtet.
Arapahoe-Basin beginnt auf 3200 Meter und geht fast auf 4000 Meter rauf,
somit fährt man über der Baumgrenze und es hätte einige heisse, steile
Abfahrten, hätte darum, weil es zu wenig Schnee hatte um diese zu
befahren, selbst mit unseren alten Latten.
So sind wir denn am Nachmittag wieder nach Keystone zurückgewechselt und
haben mal Telemarkski ausprobiert. Mit dem Resultat, dass wir in 1.5
Stunden gerade mal zwei Abfahrten bewerkstelligten, für die man
normalerweise 5 Minuten braucht, doch unsere Oberschenkel schmerzten, wie
nach 2 Tagen Buckelpiste.
Zum Abschluss in Colorado kam endlich der Schneesturm rein und wir konnten
doch noch einen tollen Powdertag in Vail geniessen.
Am Abend kehrten wir im
Minturn Inn ein,
einem wunderschönen Bed&Breakfast, wo Bettina und Stefan hausten. Tom, der
Besitzer, der als Honeymoon mit einem Landy quer durch Afrika gefahren
ist, hat uns spontan eingeladen, kostenlos eine Nacht bei ihm zu
verbringen. Welch Luxus: wir relaxten fast zwei Stunden im Whirlpool und
schliefen dann beim flackernden Gaschemineefeuer im Himmelbett ein.
Als Coloradoabschluss statteten wir Aspen noch einen Besuch ab, wo gerade
ein Poloturnier mit ein paar wenigen Zuschauern abgehalten wurde. Aspen
ist zu vergleichen mit St. Moritz: so viele nerzbepelzte Schönheiten, die
ihre kleinen Kläffer Gassi führen, sieht man wahrscheinlich nur dort.
Das war's aus Colorado, weiter geht es im nächsten Reisebericht, der
wahrscheinlich aus San Francisco kommen wird, bis bald! |