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Hi there, heisst es jetzt wieder anstatt Hola.
Um es schon mal vorwegzunehmen: Wir sind wieder in den USA und sitzen
momentan in Kirkwood auf 2300 M.ü.M und wollten noch einen gemütlichen Tag
Frühlingsskifahren geniessen, doch anstatt T-Shirt-Temperaturen zu haben,
fegt hier ein Schneesturm über die Berge, wie im tiefsten Winter. So
sitzen wir hier in der Lodge am warmen Kamin und tipseln diesen
Reisebericht, bevor es nachher wieder raus in die Kälte zum Landy geht.
Um die Leserschaft ein wenig bei der Stange zu halten: Bilder vom
Skifahren gibt es in Reisebericht 25 !
Was bisher geschah:
Nach unserer Rundtour über das Südkap der Baja blieben wir noch 2 Wochen
in "unserem", zum mittlerweile Euroyo, umgetauften Flussbett und hatten
sagenhafte Windbedingungen: jeden Tag kachelte es mit 5-6 Windstärken.
Esther düste am Schluss relaxed mit dem kleinen Slalombrett herum und Petr
versuchte sich an diversen Kiteflugmanövern.
Am 7. April hiess es nach über 2 Monaten Abschied nehmen von La Ventana,
um für die nächsten Monate den Weg nach Norden unter die Räder zu nehmen.
Auf der Rückfahrt durch die Baja, konnten wir uns mehr Zeit nehmen, als
bei der Hinfahrt und haben mehrere Abstecher in die Berge und an unzählige
Buchten gemacht. Es ist unglaublich, wo überall Menschen wohnen. Man kann
stundenlang über Schotterpisten an die Küste fahren und immer wieder
trifft man Siedlungen an. Bei der Rückfahrt von der Bahia de los Angeles
fangen wir nach 30'000km unseren ersten Plattfuss ein. Da die Luft nur
langsam entweicht, schaffen wir es ohne Radwechsel zur nächsten Garage und
dort wir der Pneu im Handumdrehen repariert: Pneu von der Felge weg, innen
aufrauhen, Flick draufkleben, Pneu wieder auf die Felge aufziehen, et
voilà, schon fertig.
Unterwegs machen wir noch Halt in Punta San Carlos, einem ehemaligen
Secret Spot für Windsurfer, an dem wohl die beste Welle der gesamten
Westküste bricht. Für die 60 km Schotterpiste benötigen wir fast
zweieinhalb Stunden und haben das Gefühl am A.... der Welt zu sein und auf
einmal tauchen am Strand unzählige Wohnmobile auf und zig Windsurfer toben
sich in der Welle aus. Petr juckt es in den Fingern auch aufs Wasser zu
gehen, doch er hat kein Waveboard und keinen dicken Neopren dabei, da die
Wassertemperatur am Pazifik nur ca. 14°C beträgt und so lässt er es halt
bleiben.
Kurz vor Tecate machen wir noch Halt in einer Weinkellerei und einem
biologischen Bauernhof und decken uns mit Wein, Honig und Marmelade ein.
Nach knapp einer Woche Fahrt durch die Baja stehen wir in Tecate an der
Grenze zu den USA und sind gespannt wie die Einreiseformalitäten vor sich
gehen werden, da gerade der Irakkrieg im Gang ist. Nach 20 Minuten
Warterei in der Autoschlange können wir die Einreiseformulare ausfüllen
und schon sind wir in den USA. Unser Landrover wird wiederum überhaupt
nicht kontrolliert und irgendwelche Einfuhrformalitäten interessieren
niemanden an der Grenze. Eigentlich darf der Landrover nur 12 Monate in
den USA bleiben und müsste danach wieder ausgeführt werden, doch nobodoy
cares, umso besser für uns. Mit unserem US-Visum kriegen wir wieder 6
Monate Aufenthaltsbewilligung für die Staaten, was für Alaska retour
perfekt ist.
In den Staaten angekommen, machen wir uns gleich in den Joshua Tree NP
auf. Bizarre Felsformationen mit den namensgebenden Joshua Trees prägen
den Park. Weiter geht's via Palm Springs, einer künstlichen
Luxus-Wüstenoase, die als Überwinterungsort reicher Amis geschaffen wurde,
nach Los Angeles. Übernachtet wird wieder mal auf dem Wal-Mart Parkplatz,
was wunderbar klappt. Von hier aus machen wir uns auf, um L.A zu erkunden.
Long Beach, Huntington und Venice Beach, Hollywood, Beverly Hills und Mt.
Wilson waren unsere Zwischenstops.
Weiter ging es durch Solvang. Ursprünglich ein dänisches Dörfchen das
mittlerweile zum Touristenort verkommen ist. Überall hat es schöne alte
Häuser, die alle erdenklichen Kitschläden beherrbergen und die Leute
kaufen den ganzen Ramsch ruckzuck weg. In Santa Barbara machen wir den
Scenic Loop, besuchen die Mission und degustieren mal wieder Wein, diesmal
den aus dem Santa Ines Valley. Merlot und Zinfandel ausgezeichnet, der
Cabernet Sauvignon hinkt denen aus dem Napa Valley aber hinterher.
Als eines der Highlights dieser Etappe können wir den Pismo Beachpark
bezeichnen: ein 150 Hektaren grosses Dünengebiet, das mit Motorfahrzeugen
befahren werden darf, lockt Abertausende von Sandwütigen an. Der Strand
ist gesäumt mit Wohnmobilen und in den Dünen geht die Post ab. Anfangs
getrauen wir uns mit unserem vollbeladenen Landy nicht in die Dünen rein,
da wir befürchten einzusanden. Doch nachdem wir bei einem erfahrenen Local
mitfahren durften und er uns das ganze Gebiet gezeigt hat, entschliessen
wir uns auch in die Dünen reinzufahren und dort einen Übernachtungsplatz
zu suchen, zumal der Wind an der Küste verdammt kalt und ungemütlich ist.
Luft raus auf 1.2 bar und los geht's. Zu unserem eigenen Erstaunen
meistern wir alle möglichen Dünenauf- und abfahrten problemlos und können
den Freaks mit ihren Quads und Buggies zuschauen. Selbst nach Mitternacht
heizen noch viele wie bescheuert herum und lassen uns kaum Schlaf finden.
Am nächsten Tag steht der schönste Teilabschnitt des Highway #1 zwischen
San Simeon und Monterey auf dem Programm. Wir machen einen kleinen
Abstecher ins Visitor Center des Hearst Castles und geniessen auf der
Weiterfahrt den Kontrast zwischen wildem Meer, schroffen Felsklippen und
saftig grün bewachsenen Hügeln. Die Landschaft erinnert uns teilweise an
den Schweizer Jura. Carmel wurde vor allem dadurch berühmt, dass Clint
Eastwood mal Bürgermeister dort war und ein Haufen Schicki Mickis dort
wohnen, da haben wir mit unserem verstaubten Landy voll reingepasst. In
Santa Cruz bestaunen wir die Künste der Wellenreiter, die sich zu
Dutzenden im kalten Pazifik tummeln Ein Wunder, dass sie sich gegenseitig
nicht über den Haufen fahren. Seit 1976 sind 52 Surfer in den Wogen
untergangen. Wir folgen weiterhin dem Highway #1 bis fast nach San
Francisco und machen noch einen kleinen Abstecher ins Silicon Valley,
besuchen dort den Campus der Stanford Universität, schauen ins
Intel-Museum rein und halten kurz noch im Winchester-Haus an, wo die Witwe
des Erfinders der Winchesterflinte aus unerfindlichen Gründen einer Bauwut
verfallen ist und nach ihrem Tod ein Anwesen mit 160 Zimmern, 46 Kaminen
und einem tropischen Garten hinterlassen hat. Im Los Trancos Park können
wir dem St. Andreas Graben folgen, wo die Pazifische und die Amerikanische
Platte aufeinanderstossen, was immer wieder zu Erdbeben führt. Am Abend
treffen wir wieder bei unseren Kollegen Karena und Val in Napa Valley ein
und werden freudig begrüsst.
Eine der erlebnisreichsten Etappen liegt hinter uns.
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