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Wie schon im letzten Reisebericht angetönt, haben wir, nachdem wir in San
Francisco die Surf- und Kiteboards gegen unsere Skis getauscht haben,
einen Abstecher in die Sierra Nevada gemacht, um einen schönen, warmen,
frühlingshaften Skisaisonausklang zu erleben. Doch daraus wurde nicht
viel: In Squaw Valley, unserer ersten Destination, war es tagsüber zwar
sonnig, doch die Temperaturen kamen nicht über den Nullpunkt und die
Pisten waren dementsprechend hart. Am Abend ging es von den Bergen runter
nach Reno, wo wir nach diesem anstrengenden Skitag, das "all you can eat"-
Buffet leerfegten. Am nächsten Tag ging es nach Kirkwood, mit 2500 m.ü.M.,
eines der höchstgelegensten Skigebiete in der Sierra Nevada. Und hier
tobte der schon angetönte Schneesturm zwei Tage lang . Tagsüber waren wir
im Eingangsbereich der Lodge am Kaminfeuer und für die Nacht hiess es raus
in die Kälte in den tiefgefrorenen Landy. Welch Umstellung zu den warmen
Nächten in der Baja. Da es draussen "nur" -7°C war, brachten wir die
Nächte einigermassen gut hinter uns. Dafür erwartete uns am Samstag ein
genialer Skitag: 20 cm Pulverschnee, strahlender Sonnenschein und wir
waren die ersten, die den Schnee entpulvern konnten, yeaahhhh, was für ein
Saisonabschluss.
Fazit Skifahren in den USA:
Wir hatten bisher immer das Gefühl, die Skigebiete in den USA seien den
Europäischen punkto Steilheit, Liften etc. überlegen, doch das ist
mitnichten der Fall. Nimmt man unsere Top-Resort, wie Verbier, Chamonix
oder St. Anton, so hinken die US-Ressorts weit hinterher in Bezug auf
Grösse, Steilheit, Höhenunterschied und Modernität der Lifte. Einzig der
Schnee in Colorado und Utah ist einzigartig leicht und vermag zu
begeistern. Dafür sind die Preise gesalzen: 60-70$ für eine Tageskarte ist
eine Zumutung. Wir haben es genossen, doch nur für einen Skiurlaub würden
wir sicher nicht mehr rüberfliegen. Weiter ging es zum
Yosemite NP, der auch in den Einfluss des Sturmtiefs kam und uns ebenfalls
Schnee bescherte. Doch die beidseits des Yosemite Tales steil
herausragenden Wände von El Capitan und Halfdome waren trotz des
schlechten Wetters mehr als imposant. Wir begnügten uns mit ein paar
Spaziergängen im Tal und fuhren danach weiter in den Kings Canyon und
Sequoia NP. Dort erwartete uns ebenfalls Schnee und Kälte, doch ergaben
der Nebel und Schnee eine mystische Atmossphäre zwischen diesen bis zu 80
Metern hohen und über 3000 Jahre alt werdenden Bäumen. Während des
Goldrushs in Kalifornien, wurden zwischen 1849 und 1853 die meisten dieser
Baumriesen gefällt und nur noch riesige Stümpfe im Wald zeugen von deren
traurigen Ende.
Vom Sequoia NP, ging es von 2000 m.ü.M. runter auf Meereshöhe, in die
fruchtbare Ebene von Fresno, die mit Obst- und Gemüseplantagen vollgesäht
ist. Endlich waren die Temperaturen angenehm. Wir fuhren zu unseren
Kollegen ins Napa Valley, wo wir eine Woche lang alle möglichen Pendenzen
aufzuarbeiten hatten, wie z.B. alle Mails beantworten, Auto innen
entstauben und reinigen, Service am Landy, diverse Abklärungen wegen
Veschiffungen und, und, und ... .
Dazwischen machten wir uns noch einmal nach San Francisco auf, um dieses
zu Fuss zu erkunden. Zwei Tage lang latschten wir uns die Füsse Berg rauf
und runter wund, wurden aber mit Ausblicken belohnt die nicht mancher
Touri ansteuert. Die Strassen sind teilweise so steil (über 15°), dass der
Einsatz der Geländereduktion, das Berganfahren erheblich erleichterte und
beim Runterfahren die Bremsen schonte. Ziemlich erschüttert waren wir über
die Anzahl Obdachloser in S.F. Nirgendwo sonst in Nordamerika haben wir so
viele angetroffen. Ebenfalls machte S.F. seinem Namen als windy City alle
Ehre: Sobald der Wind durch die Gassen fegte, waren wir froh den Faserpelz
dabeizuhaben.
Das wärs soweit und wir sind bereit, die nächsten 5'000 km nach Alaska
unter die Räder zu nehmen. Wir werden sicher einen Zwischenhalt am
Columbia River (zwischen Oregon und Washington) machen, um die Surf- und
Bikemöglichkeiten dort auszuloten. Davon im nächsten Reisebericht. |