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Nachdem wir unseren Landy übernommen haben, mussten wir feststellen, dass
der Mechaniker offensichtlich einen schlechten Tag gehabt hat und ziemlich
schlampig gearbeitet hat: Die Rückwärtsfahrlampe funktionierte nicht, die
Relais lagen locker im Sicherungskasten herum, die Bodenplatte war
beschädigt und nicht sauber befestigt, etc. So mussten wir ziemlich
verärgert am nächsten Morgen noch einmal in die Werkstatt, um die Mängel
beheben zu lassen.
Endlich ging es weiter in den Süden! Doch 150 km südlich von Calgary hören
wir auf einmal ein schepperndes Geräusch, Sch.... was ist denn das wieder?
Tönt nach Handbremse. Wir fahren in die nächste GM Garage, dort wird der
Landy aufgebockt, Handbremszylinder geöffnet und siehe da, eine lockere
Schraube kullert herum, ein weiterer Pfusch. Nach diesem Zwischenfall
setzen wir die Reise mit einem mulmigen Gefühl fort, sind alle Schrauben
angezogen, was fliegt sonst noch weg?
Es geht durch den Waterton und Glacier NP, doch leider ist die Sicht wegen
der überall lodernden Waldbrände sehr schlecht.
Am Abend machen wir einen Zwischenhalt bei Loretta und Gary in Kalispell.
Wir haben die beiden in der Baja getroffen und sie haben uns zu sich
eingeladen. Es gibt ein freudiges Wiedersehen und natürlich viel zu
erzählen. Am Morgen, als wir den Motor anlassen, meldet sich das
Ausrücklager wieder und quietscht, na, das ist eine schöne Bescherung.
Doch wir wollen in den Yellowstone, da unser Nationalparkspass abläuft.
Dieser Park ist etwas vom Faszinierendsten was wir bisher gesehen haben.
Der ganze Park ist voll von heissen Quellen, blubbernden Schlammtöpfen,
sprühenden Geysiren und dampfenden Pools in allen Farben. Wir verbringen
zwei volle Tage im Park und haben schon den ersten Nachtfrost, brrrr.
Vom Yellowstone geht es runter in den Grand Tetons NP, der uns Schweizer
nicht aus den Socken haut, doch wir packen unsere Bikes und düsen rund um
Jackson Hole herum.
Bei der täglichen Kontrolle des Landy stellten wir fest, dass der
Luftansaugschlauch nicht angezogen war, eine Schraube zur Befestigung des
Getriebes am Motor fehlte und das Ausrücklager immer noch lärmte. Somit
stellte sich uns die Frage, sollen wir weiter nach Salt Lake City, dort
die Mängel beheben lassen oder zurück nach Calgary. Ersteres wäre für uns
kürzer, doch hätten wir den ganzen Aufwand um die anfallenden Kosten an
Landrover Calgary überzuwälzen. Wir entschlossen uns, für die 1260km lange
Fahrt zurück nach Calgary. Wir melden uns dort telefonisch an und düsten
am Dienstag Mittag los. Mittwoch Mittag stehen wir vor der Garage, Landy
wird aufgebockt und gecheckt. Offensichtlich ist das ersetzte Ausrücklager
auch mangelhaft und es muss nochmals gewechselt werden. Also wieder ganzes
Getriebe runter, Lager ersetzen und alles wieder zurück. Dieses Mal gibt
sich der Mech mehr Mühe und alle Teile sind festgezogen an ihrem Platz und
das Lager einwandfrei. Während unseres Aufenthalts können wir bei James,
dem Partmanager von Landrover und seiner Frau Raquel unterkommen. Am
Wochenende findet eines der weltweit grössten Springreitturniere in Spruce
Meadows statt. Das Feld ist international spitzenmässig besetzt und auch
einige Schweizer sind am Start. Leider brillieren sie nicht sonderlich:
Beat Mändli's Pferd weigert sich standhaft den steilen Hang
runterzuschlittern und im Nationencup wird Christina Liebherr in den
Wassergraben geschmissen und die Schweizer scheiden aus.
Am Sonntag geht es erneut Richtung Süden nach Salt Lake City. Doch diesmal
kommen wir ohne Probleme an, alles ist in Ordnung, nichts tropft und keine
sonderbaren Geräusche. In Salt Lake können wir bei Teresa Mika das uns
zugesandte Paket (dík máti ) mit den Reiseführern für Südamerika in
Empfang nehmen, Wäsche waschen, paar mails beantworten und schon geht's
weiter nach Moab. Hier findet gerade ein nationales Landrovertreffen
statt. An die hundert Landrover haben sich hier eingefunden, um über Stock
und Stein zu fahren. Wir fahren den einfachen Anfang des Poison Spider
Mesa Trails mit und bestaunen danach, über welche Steinstufen und Abbrüche
es möglich ist mit einem Landy zu fahren. Am meisten erstaunt uns ein
alter Series IIa, der alle Hindernisse mit Bravour meistert. Hier kommt
uns doch glatt der Film " Die Götter müssen verrückt sein" in den Sinn.
Wir lernen hier Conny und Graham aus Colorado kennen, die im Januar zu
einer halbjährigen Afrika Nord-Süddurchquerung mit ihrem 110 Tdi starten
und sie können für uns eine Einladung zum Abschluss-BBQ des Landytreffens
organisieren. Thanks a lot !!! Natürlich packen wir hier in Moab endlich
mal wieder unsere verstaubten Drahtesel vom Dach und machen alle
Slickrock-Schmankerl.
Nach fünf Tagen Moab, schmerzenden Hintern und schlaffen Oberschenkeln,
geht es weiter nach Las Vegas. Hier versuchten wir wieder mal das
All-U-Can Buffet leerzufuttern, doch leider ist es uns auch dieses Mal
nicht gelungen und unsere Mägen mussten kapitulieren.
Von Las Vegas ist es nur noch ein Hupferl über die mexikanische Grenze in
die Baja, wo wir bis Ende Oktober mal wieder kiten, biken, vielleicht
windsurfen werden und daneben viel frisches Obst, Gemüse, Tortillas und
andere mexikanische Leckereien futtern wollen.
Sodann, Hasta luego muchachos, wir melden uns Ende Oktober wieder, bevor
wir aufs Hauptland Mexiko verschiffen.
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