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Nach dem Abschied von Mexiko City ging es weiter nach Puebla, einer
industriellen Millionenstadt. Unsere Reisebücher verkünden nichts allzu
Positives, doch wir fahren trotzdem ins Zentrum rein und werden aufs
Angenehmste überrascht. Das Stadtzentrum ist mit gut erhaltenen
Kolonialgebäuden gespickt, der Zocalo (Hauptplatz) eine Augenweide und in
der Fussgängerzone wird emsig eingekauft. In Tehuacan machen wir nur einen
kurzen Zwischenstop, schlendern durch die vollgestopften Gassen,
übernachten mal wieder auf einer Tankstelle und rollen weiter nach Oaxaca.
Unterwegs treffen wir auf Tausende von Pilgern, die sich für den 12.12.
nach Mexiko City aufgemacht haben. Hier wird jährlich der wichtigste
christliche Feiertag der Mexikaner zelebriert und die Pilger kommen zu
Fuss, per Rad, auf geschmückten Lastwagen oder joggen in Stafetten.
Unglaublich welche Strapazen sie auf sich nehmen.
Oaxaca ist wie schon andere mexikanische Städte Weltkulturerbe und die
Innenstadt denkmalgeschützt. Die Mischung aus kolonialer Vergangenheit,
indegener Bevölkerung und dem Ruf einer Künstlerhochburg machen sie zu
einer der meistbesuchten Städte Mexikos. Überall latschen Touris mit
Stadtplan und Reiseführern herum und bestaunen die Innenstadt. Nachdem wir
schon einige Kolonialstädte bestaunt haben, reisst uns Oaxaca nicht so
sehr vom Hocker, Puebla z.B. hat uns besser gefallen. In Oaxaca können wir
bei Cecilia, einer Schwester von Pablo, unserem Gastgeber in Mexiko D.F.
übernachten. Sie betätigt sich für uns als Reiseleiterin und wir besuchen
mit ihr die abseits des Touristenstroms liegenden Plätze in Oaxaca. Sie
führt uns durch die Ausgrabungsstätte von Monte Alban, der grössten
erhaltenen zapotekischen Stadt und wir bestaunen den über 2000 Jahre alten
Arbol del Thule, eine gigantische Zypresse. Muchas Gracias Cecilia !
Von Oaxaca geht es über die Sierra Madre Occidental wieder raus an die
Küste. Die Strasse windet sich in tausenden von Kurven Berg rauf und
runter und wir benötigen für die 250km mehr als sechs Stunden, ehe wir
abends in Puerto Escondido eintreffen. Dieser Ort ist berühmt für seine
hohl brechenden, bis zu 5 Meter hohen Wellen und jedes Jahr im November
finden hier internationale Surfwettkämpfe statt. Gespannt gehen wir tags
darauf an den Strand um der Action beizuwohnen, doch nix die Bohne, das
Meer ist flach wie ein Silbertablett und von Wellen keine Spur. So machen
wir denn einen gemütlichen Strandspaziergang und geniessen das warme
Wetter, nachdem wir die letzten Wochen in der Höhenlage nicht mit Hitze
verwöhnt wurden. In Zipolite unserer nächsten Destination scheint die Zeit
in den 68ern stehengeblieben zu sein: Althippies und kiffende
Jungrastafarias hängen in den Hängematten herum, auf der Strasse wird
einem die gesamte Drogenpalette angeboten und am Strand ist Nacktbaden
keineswegs verpönt. Petr geniesst die lockere Atmosphäre vom Strand aus,
während Esther ihren Magen im Dachzelt und der Toilette von Montezumas
Rache auskuriert, die sie wohl der Pina Colada von Puerto Escondido zu
verdanken hat.
Tags darauf geht es leider wieder weiter, wollen wir doch an Weihnachten
in der Playa del Carmen sein, wo uns Regula und Urs, eine Schwester von
Esther mit ihrem Mann besuchen kommen und es gibt vorher noch einiges
anzuschauen. Die gesamte Küste bis nach Salina Cruz wimmelt nur so von
wunderschönen und meist einsamen Sandstränden. Die Schönheit der Gegend
ist der mexikanischen Tourisbehörde nicht entgangen und in Huatulco
entsteht ein gehobenes Cancun mit vielen Luxushotels. In Salina Cruz haben
wir den Strand nur für uns, was nicht so verwunderlich war, da der Wind
mit dem aufgewirbelten Sand ein wunderbares Sandstrahlgebläse ergab und
wir einige Male umparken mussten, bevor wir einen akzeptablen Standplatz
gefunden hatten.
Bye, bye Strand, jetzt ging es wieder in die Berge rauf, nach San
Christobal de las Casas auf 2250 M.ü.M. In Tuxtla machen wir noch einen
Abstecher in den Canyon del Sumidero. Einer eindrücklichen Schlucht mit
über 1000 Meter hohen, steilen Wänden. Es besteht die Möglichkeit
eine Bootstour zu unternehmen, auf der man im Fluss sogar einen Blick auf
die seltenen Flusskrokodile erheischen kann, doch wir entschliessen uns
für die Fahrt mit dem Auto entlang den Klippen. Die Fahrt nach San
Christobal windet sich steil rauf und unterwegs sehen wir schon viele
indigene Frauen, die in ihren Trachten zum Markt eilen. Vor San Christobal
zweigen wir noch ab nach Chamula, einer Stadt, die vorwiegend von
Indigenas bewohnt wird. In der Kirche herrscht eine ganz spezielle
Stimmung: tausende von Kerzen flackern, der Boden ist mit Piniennadeln
bedeckt und wir können einem Schamanen zuschauen, wie er ein Huhn nimmt,
mit diesem über einen Patienten streicht und somit die Krankheit auf das
Huhn überträgt und dem Huhn zu guter Letzt den Hals umdreht. In San
Christobal wandern wir durch die Stadt und bestaunen auf dem Markt das
bunte Treiben. Als Tourist ist man hier keineswegs willkommen, höchstens
geduldet und man wird argwöhnisch beäugt. Wir machen hier die
Bekanntschaft mit Ursula, die mit ihrem mexikanischen Gatten eine
Fahrradvermietung betreibt und bei einem leckeren Nachtessen erzählen sie
uns viel über die Gegend und die Leute. Herzlichen Dank Ursula und Joel
!!!
Auf der Fahrt nach Palenque giesst es wie aus Kübeln und vom sehenswerten
Regenwald bekommen wir herzlich wenig mit. In Agua Azul machen wir einen
Zwischenhalt bei den sehr imposanten Wasserfällen. Über eine Breite von
über hundert Metern ergiesst sich der Fluss mit gewaltigem Tosen durch den
Urwald.
Palenque ist eine gut erhaltene Mayastätte bei der bisher nur etwa 15%
ausgegraben wurden und der Rest der Stadt liegt immer noch im Urwald
begraben. Die Stimmung ist einmalig: wir stehen auf der Pyramide und
schauen über den dampfenden Urwald.
Die Fahrt geht tags darauf weiter nach Campeche, der einzigen Stadt
Mexikos mit einer Festungsmauer, welche gegen die herummarrodierenden
Piraten errichtet wurde. Nächstes Ziel ist Merida. Ein eindrücklicher
Zocalo mit täglicher Fahnenübergabe die Pomp inszeniert wird und einer
grossen Kathedrale. Am Abend genehmigen wir uns den letzten Teil von "Herr
der Ringe" in Spanisch. Zum Glück haben wir die Bücher gelesen, sonst
hätte es mit dem Verständnis doch ein wenig gehappert.
Nächsten Halt machen wir auf der Isla Holbox und kommen hier zum ersten
Mal in Kontakt mit dem wunderbar blauen, karibischen Meer und dem weissen,
palmengesäumten Strand, einfach paradiesisch. Die Insel ist noch nicht
touristisch überlaufen, es hat ein paar kleine Hotels und viele
Strohhütten, die Stimmung locker und entspannt. Hier liesse es sich noch
länger bleiben!
Wir verlassen das Paradies und tuckern weiter Richtung Cancun. Schon von
Weitem sehen wir die Hotelghettos am Strand aneinandergereiht und nehmen
schnellstmöglich Reissaus Richtung Playa del Carmen. Playa del Carmen ist
ebenfalls ein Touriort par Excellence, mit einem sehr belebten
Fussgängerviertel, vielen Bars, Restaurants, einigen coolen Stranddiscos
und einer relaxten Atmosspäre. Wir fahren noch ein paar Kilometer weiter
südlich nach Xpu-Ha Bonanza, wo es einen schönen und günstigen Campground
haben soll. Am Abend kommen wir dort an und wen treffen wir hier? Susanne
und Michel, ein deutsch-holländisches Paar, das uns auf dem Parkplatz in
Merida einen Zettel unter den Scheibenwischer geklemmt haben. Die beiden
wollen ebenfalls durch Zentralamerika und dann weiter nach Südamerika, wo
sie den nächsten Silvester in Feuerland zu feiern gedenken, so wie wir.
Weiter sind hier Kathrin und Franz, die auch auf dem Weg nach Südamerika
unterwegs sind, Sepp und Susi, die von Südamerika her raufgekommen sind
und Ilse und Günther die hier den Winter verbringen. Wir werden sehr
herzlich in die Globetrotterrunde aufgenommen und es gibt natürlich sehr
viel zu erzählen und Erfahrungen auszutauschen.
Wir verbringen einen wunderschönen Weihnachtsabend zusammen und geniessen
es in dieser bunten Runde wie in einer Grossfamilie feiern zu können.
Tags darauf heisst es nach Cancun raufzufahren, um Esthers Schwester
Regula und ihren Gatten Urs am Flughafen abzuholen. Die beiden kommen
pünktlich an, doch es dauert über eine Stunde bis sie die
Einwanderungsformalitäten hinter sich gebracht haben und wir sie in die
Arme schliessen können. Nach weiteren zwei Stunden zähen Hin- und
herverhandelns können sie endlich ihren vorgebuchten Mietwagen in Empfang
nehmen und wir düsen runter nach Playa del Carmen. Fast einen Koffer haben
die beiden gefüllt nur mit Weihnachtgeschenken, Weihnachtskeksen, diversen
Büchern für uns und den Wartungsteilen für den Landy, herzlichen Dank
Regula und Urs.
Die Tage vergehen im Nu, wir betreiben emsiges Sightseeing, wie z.B. Tulum
und Chichen Itza, machen einen Schnorcheltrip auf die Insel Cozumel und
gehen kostenlos Schnorcheln in einer Cenote (Süsswasserloch mit klarstem
Wasser) bei der Casa Cenote. Ab und zu ist der Wind stark genug, dass Petr
den Kite hervorkramen und in den Wellen herumdüsen kann. Die Restzeit
verbringen am wunderschönen Strand und hören gebannt den News aus unserem
heimatlichen Gefilden zu. Silvester gehen wir gemeinsam fein Essen und
nachdem sich Regula und Urs dem Schlaf verschrieben haben, stellen Esther
und ich fest, dass keine Linienbusse zu unserem Campingplatz mehr fahren
und die Taxis horrende Preise verlangen. So entschliessen wir uns die
Nacht durchzufeiern und am Morgen den ersten Bus zu nehmen. Die Disco ist
gerammelt voll, auf der Bar wird fleissig getanzt und die Stimmung heiss.
Um 5:30 ist der Spuk vorbei, die Disco hat ihre Pforten geschlossen und
mit hunderten anderen warten wir auf den ersten Sonnenaufgang im Neuen
Jahr.
Am Montag, 5.1.04 bringen wir Regula und Urs an den Flughafen,
verabschieden uns von den Beiden. Regula und Urs, wir haben die Zeit mit
Euch sehr genossen, herzlichen Dank !!!
Wir müssen in Cancun noch einige Sachen einkaufen und erledigen, bevor es
weiter nach Belize und Guatemala geht.
Das war's, ab an den Strand!
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