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Der Grenzübertritt von Guatemala nach El Salvador ging wiederum zügig über
die Bühne und in eineinhalb Stunden war der ganze Papierkram erledigt und
schon konnten wir auf salvadorianischen Strassen rollen. Die Strassen hier
sind in einem super Zustand und man kommt so schnell vorwärts, dass man in
Gefahr gerät, das Land zu schnell zu durchkreuzen. Auf der Suche nach
einem Übernachtungsplatz entdecken wir am Strassenrand einen alten
Landrover stehen und es stellt sich heraus, dass er Manuel, einem Spanier
gehört, der in El Zonte die Casa Frida (siehe Links) führt und er
lädt uns grosszügig ein, kostenlos bei ihm auf dem Parkplatz zu
übernachten. Da es hier so gemütlich ist, hängen wir noch einen Tag herum,
lesen, schwimmen in der Brandung und quatschen mit anderen Reisenden. An
der Küste bei La Libertad gibt es super Plätze zum Wellenreiten und wir
können von der Strasse aus zuschauen, wie die Cracks die Wellen abreiten.
Am nächsten Tag ziehen wir weiter zum Lago de Coatepeque. Es ist
ein wunderschöner See in einem verloschenen Vulkankegel und wir können
beim Centro de Obrero sicher übernachten. Tags darauf geht es zum Cerro
Verde Nationalpark, mit einem wunderschönen Ausblick auf den
See und die umliegenden Vulkane. Weiter geht unser Reisle Berg rauf und
runter durch trockene Landschaft und an vielen armseligen Blechhütten
vorbei nach Santa Ana, der zweitgrössten Stadt von El Salvador. Es
gibt nicht viel zu sehen und so verlassen wir die Stadt wieder und nehmen
von Metapan aus, eine unserer berühmten "Abkürzungen". Auf der
Karte ist die Strasse in fettem rot eingezeichnet, doch entpuppt sich sie
sich als handfeste Offroadstrecke über diverse Bergketten, mit einer
knackigen Flussdurchfahrt. Am Abend kommen wir in Chalatenango an
und können dort bei der Badeanlage Agua Fria auf dem Parkplatz
übernachten. Hier treffen wir auf Reinaldo, der Anwalt ist, bei der
Polizei arbeitet und uns am nächsten Tag alles über den Bürgerkrieg, der
von 1980 bis 92 hier gewütet hat und die bevorstehenden Wahlen erzählt. Es
ist sehr interessant, die ganze Geschichte mal aus einer anderen
Perspektive zu hören.
Die Fahrt nach San Salvador, der Hauptstadt, bringen wir, nachdem
wir fast zwei Stunden auf die Fähre gewartet haben, die uns über den
Stausee bringen sollte, schnell hinter uns und schlendern danach durch die
Stadt. Highlights hat es keine nennenswerten, die Stadt ist schmutzig und
stinkig, die Leute schauen ernst und abweisend drein, auf dem Markt gibt
es nicht viel zu sehen und so verlassen wir San Salvador schnell wieder
Richtung Costa del Sol. Hier finden wir wunderschöne Sandstrände,
doch das haben die reichen San Salvadorianer auch schon gemacht und die
gesamte Küste ist mit Wochenendhäusern vollgepflastert und es gibt fast
keine öffentlichen Zugänge zum Strand. Zum Übernachten fahren wir in eine
bewachte Wochenendsiedlung und fragen den Wächter an, ob wir uns zwischen
den Häusern einrichten können. Er nickt und meint nur, dass das kein
Problem sei. So haben wir den gesamten Strand für uns alleine und können
wieder mal einen wunderschönen Sonnentuntergang geniessen.
Nächstentags geht es zur Peninsula San Juan del Gozo. Hier hat es
vor uns wohl kaum Touris hinverschlagen und wir werden ziemlich erstaunt
angeglotzt. Selbst wenn wir die Leute anlächeln und aus dem Auto
rauswinken, können wir den wenigstens ein Lächeln oder Zurückwinken
entlocken, wie wir es bisher von den anderen Ländern gewohnt waren. Alle
Leute hier sind eher ernst und verschlossen, schade. Dafür entdecken wir
einen wunderschönen Strandplatz und was das Beste ist, es hat Wellen und
Wind!!! So packt Petr kurzerhand den Kite aus und stürzt sich in die
Fluten. Am Anfang wird er ein paar Mal richtig von den Wellen
durchgespült, bis er aus dem Brandungsgürtel rauskommt, doch danach wird
es ein richtig guter Tag mit guten Wellenritten und hohen Sprüngen.
Nach kurzer Fahrt entlang der Küste erreichen wir La Union, die grösste Hafenstadt El Salvadors und finden auf dem Hauptplatz des
kleinen Dörfchens Las Playitas einen sicheren Schlafplatz. Natürlich
werden wir von der gesamten Dorfjugend neugierig beäugt, doch um 21:30
müssen die Kids ins Bett und wir können uns auch ins Dachzelt verkriechen.
Tja, das war's schon aus El Salvador und wir ziehen weiter nach Honduras.
Ach ja, noch was zum Wetter. An der Küste ist es tagsüber um die 35°C
heiss und es kocht einen richtig aus. In der Nacht kühlt es auf 26°C ab.
So kann man gemütlich noch die ganze Nacht draussen in Shorts herumsitzen.
Im Hochland kann es schon mal "kühler" werden und das Thermometer sinkt
auf auf knappe 18°C ab. Ansonsten ist es immer sonnig, Regen haben wir
schon lange nicht mehr gehabt. Fertig!
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