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Jaaaaaa, wir lassen uns überraschen, waren die letzten Worte im
Reisebericht 56 und die Überraschung ist voll gelungen.
Zur Rekapitulation: Am Donnerstag der esten Woche (20.1.), hat uns der
Garagenbestzer Madero zugesichert, dass wir bis am Mittwoch wieder
fahrbereit sein werden.
Erst am Dienstag (25.1.) war das Getriebe komplett auseinandergebaut und
wir konnten sehen, dass das Ausgangslager des Getriebeausgangs arg
mitgenommen aussah. So entschieden wir uns zur Sicherheit alle Lager
ersetzen zu lassen. Daraufhin begann Madero die Teile in Bariloche
zusammenzusuchen und am Mittwoch musste er zugegeben, dass die Teile hier
in Bariloche, trotz seiner grossspurigen Zusagen, nicht erhältlich sind
und er sie aus Buenos Aires kommen lassen muss, doch die kämen innerhalb
von 18 Stunden an, kein Problem und wir sollen uns keine Sorgen machen.
Nun ja, die Teile wurden bestellt und sollten am Donnerstag da sein. Wir
fahren am Nachmittag in die Werkstatt, nix ist angekommen und wir fahren
wieder zurück in den Camping. (Erste Woche Bariloche ist um !) Am Freitag
sind die Teile auch nicht angekommen und wir hängen in der Stadt herum,
tippseln mails und den letzten Reisebericht.
Am Montag sind schliesslich die Teile angekommen, doch nicht komplett und
wir müssen uns abreagieren und radeln auf den herumliegenden Bergen herum.
Am Dienstag sind die Teile immer noch nicht da und wir kehren frustriert
in den Camping zurück. Dort ist es nachts verdammt kalt und es macht gar
nicht richtig Freude draussen zu kochen und zu essen, da einem alles
einfriert sobald die wärmende Sonne weg ist und das Thermoter auf 5-8°C
sinkt.
Am Mittwoch sind die Teile endlich alle angekommen und der Zusammenbau
kann beginnen. Ich muss den Mechanikern immer wieder auf die Finger
schauen, damit sie das Getriebe auch richtig zusammenbauen, doch wie soll
man die guten Männer davon abhalten, die Simmerringe mit dem Hammer
reinzudonnern, wenn sie kein Spezialwerkzeug haben und sie es immer so
machen? Ist dies wohl der Grund, wieso alle Fahrzeuge immer Öllachen
hinterlassen?
Da aber noch andere Fahrzeuge in der Werkstatt auch auf den Zusammenbau
warten und das richtige Getriebeöl noch nicht aus Buenos Aires angekommen
ist, verzögert sich der Zusammenbau wieder mal und wir sind schon zwei
Wochen in Bariloche.
Am Wochenende radeln wir wieder mal in den Bergen herum, feiern unser
zweieinhalbjähriges Reisejubiläum mit einem feinen Hirschpfeffer und
Bachforelle und gehen danach noch ins Kino.
Am Montag konnte das Getriebe, nach läppischen zweieinhalb Wochen
eingebaut werden und unser Landy war endlich wieder fahrbereit,
yeppeeeeehhhhh!!!!! Doch als uns Madero die Rechnung präsentiert, staunen
wir nicht schlecht, da es sich nur um einen handgeschriebenen Zettel
handelt, keine Details über die Ersatzteilpreise und durchgeführten
Tätigkeiten ersichtlich sind und Kosten aufgeführt sind, die im
Kostenvoranschlag nicht eingerechnet waren.. Nach einigem hin und her
weigern wir uns den Betrag zu bezahlen und beginnen unsere Fahrräder aufs
Dach zu packen. Daraufhin wird er sauer, parkiert mit seinem Auto hinter
unser, damit wir nicht abfahren können, was wir ja eigentlich nicht
vorhaben und ruft die Polizei. Während ich mit Madero im Streifenwagen auf
den Polizeiposten gekarrt werde, beschützt Esther unseren Landy. Auf der
Polizeistation erkläre ich dem diensthabenden Polizisten die Situation, er
hört verstandnisvoll zu und meint, dass wir den Betrag zu zahlen haben,
wenn wir unserem Landy abfahren wollten, doch dass Madero eine genaue
Rechnung auszufüllen habe.
Wir willigen ein, zahlen und können endlich mit unserem Landy davonfahren.
Am nächsten Tag holen wir uns bei ihm seine handgekritzelte Rechnung ab
und starten zur Probefahrt, um zu kontrollieren ob alles in Ordnung ist.
Nach einigen Stunden kommt die Ernüchterung: Der Simmerring leckt, die
Differentialsperre rastet nicht sauber ein und wir können immer noch ein
feines Sirren aus dem Getriebe vernehmen.
Zurück in der Werkstatt meint Madero, er würde die Simmeringe sofort
bestellen und wir sollen noch mit dem Auto herumfahren, um andere
allfällige Fehler zu entdecken. So machen wir uns zum Monte Tronador auf
und wandern zum Refugio Otto Meiling.. Dort haben wir eine wunderschöne
Aussicht auf die umliegenden Berge und kraxeln am nächsten Tag noch ein
paar Stunden mit Steigeisen und Pickel auf dem Gletscher herum. Am Montag
(14.2.) kommen wir zurück in die Werkstatt und Madero meint, das Tropfen
sei ja nicht tragisch, die Sperre hätte vorher auch nicht besser
funktioniert, das Sirren komme vom Auspuff und er würde gar nichts
unternehmen. Aha, so funktioniert das mit der Garantie hier in Bariloche.
Wir gehen zur Polizei und erkundigen uns, was wir unternehmen können.Dort
verweisen sie uns auf den lokalen Konsumentenschutz, wo uns der nette
Beamte Hoffnung macht, dass man da durchaus was unternehmen könne. Wir
schreiben einen Beschwerdebrief auf spanisch (Autokorrektur von Word sei
dank!) und geben ihn ab. In zwei bis drei Wochen können wir wieder
zurückkommen und schauen was sich ergeben hat.
Dies passt uns eigentlich ganz gut, fahren wir jetzt rüber nach Chile,
werden dort die Seenregion um Puerto Montt anschauen und fahren dann
wieder nach Bariloche und lassen uns mal wieder überraschen, was sich in
der Zwischenzeit getan hat.
Jaja, Reisen macht Spass!
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