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In der Kürze liegt die Würze.
Sind von Lima über die Berge nach Huaraz gefahren, haben dort den Pisco
(5765 m.ü.M) bestiegen, danach weiter nach Trujillo, dort die umliegenden
Ruinen angeschaut und dann weiter an den Strand von Mancora, wo wir eine
Woche lang relaxed haben. Sun, Fun and nothing to do. Das war's, in der
Superschnellzusammenfassung.
Hmmm, wieso tippseln wir uns
eigentlich bei jedem Reisebericht fast die Finger wund, wenn es auch so
ginge?
Doch es soll auch Leserinnen und Leser geben, die unsere Berichte wirklich
lesen und für die wollen wir es doch ein wenig ausführlicher nehmen.
Der Abschied in Lima fiel uns nicht leicht, haben wir doch so viele tolle
Bekanntschaften dort gemacht, doch der Ruf der Wildnis hallt uns in den
Ohren..
Von Lima geht es durch eine enge Schlucht mit spektakulärer
Streckenführung und faszinierenden Ausblicken, auf den fast 4'800 Meter
hohen Pass Ticlio. Auf der anderen Seite wieder runter (jaaa, wer
hätte das gedacht!) durch ein aktives Bergbaugebiet. Hier wird von Gold,
Silber, Blei bis Uran alles mögliche aus dem Boden geholt. In einer
interessanten Berg- und talfahrt geht es durch verschiedene Dörfchen, in
denen wir teils fassungslos angestarrt, teils freundlich begrüsst werden
Richtung Cordillera Blanca, die sich majestätisch am Horizont
erhebt.
In La Union besuchen wir noch eine Inkastätte und fahren danach auf
den 4'800 Meter hohen Abra Yanashalla und biegen von dort auf eine
kleine Schotterpiste Richtung Huaraz ab. Wären wir vor Wochen noch
vollkommen ausgerastet, dass wir einen Pass auf der Höhe des Montblanc
überqueren, lassen uns diese Höhen mittlerweile ziemlich unberührt.
Am Abend kommen wir in Huaraz an und fahren sofort auf den
Aussichtsberg um das Panorama zu geniessen. Die Aussicht auf die vielen
6'000 er ist grandios, doch vom Ort selber sind wir mehr als enttäuscht.
Es ist ein dreckiges, hässliches Kaff und nichts lässt darauf schliessen,
dass es sich um die Bergsteigermetropole Perus handelt. Von hoch oben
können wir das Hotel Andino erkennen, da es das einzige Gebäude
ist, dessen Fassade verputzt ist. Wir bleiben zwei Tage dort, feiern unser
dreijähriges Reisejubiläum, schlendern durch den Ort, erkunden uns beim
Bergführerbüro über mögliche einfache Aufstiege und lernen die Schweizer
Andrea und Daniel kennen, die mit ihrem Sohn Killian in einem Landy, mit
was denn sonst ;) von Alaska nach Feuerland unterwegs sind.
Anschliessend machen wir uns auf zum Autotrekking und absolvieren eine
wunderschöne Rundtour von Carhuaz über den Punta Olympica,
nach Yanama und zurück über die Llanganuco Lagunen. Mich
juckt es die ganze Zeit schon in den Füssen, wieder mal die Steigeisen
auszupacken und einen dieser Schneeriesen zu erklimmen, doch Esther mag
nicht so recht. Doch als wir im Nationalpark einen Bergführer treffen, der
mit einer Gruppe unterwegs ist und uns anbietet, zu einem sehr
interessanten Preis, danach mit uns noch einmal auf den Pisco zu steigen,
ist auch Esther mit von der Partie..
Wir machen noch eine schöne Wanderung zur Lagune 69, von der aus
man eine super Aussicht auf den 6'112 Meter hohen Chacracaju, einer der am
schwierigsten zu besteigenden Berge hier in der Cordillera hat und düsen
dann runter nach Yungay.
Dort werden die Vorräte aufgestockt, Ausrüstung zusammengekramt und rauf
geht es wieder in den Nationalpark, wo wir unseren Landy auf dem Parkplatz
stehen lassen und tags darauf von 3'900 Meter zum 4'600 Meter hoch
gelegenen Basislager aufbrechen. Der Weg windet sich steil rauf und
eröffnet immer wieder herrliche Ausblicke auf die umliegenden Gipfel und
vor allem kommt unser Ziel, der 5'765 Meter hohe Pisco in Sicht.
Nach zweieinhalb Stunden haben wir es geschafft. Wir stellen unser Zelt
auf, geniessen die Atmosphäre und warten auf unseren Bergführer, der
eigentlich schon im Lager sein sollte. Als dieser nach einer Stunde immer
noch nicht auftaucht, beschleicht uns das unangenehme Gefühl, dass er
vielleicht im 4'900 Meter hohen Moränencamp geblieben ist. So genau haben
wir uns ja nicht verabredet. Doch kurz nachdem ich aufgebrochen bin, kommt
er mir entgegen. Seine Kunden wären so langsam gewesen, dass er erst jetzt
vom Gipfel zurückkehrt. Doch zum Glück haben wir uns getroffen. Am Abend
als es ans Kochen geht, spuckt und russt der Benzinkocher und ist trotz
aller möglichen Putzversuche nicht zum Heizen zu bewegen. So können wir
einen Teil unseres Stockis auf dem Kocher der Ecuadorianischen
Expedetition heiss machen, doch als sich nach dem letzten Putzversuch,
unser Kocher doch noch zum Leben erwecken lässt und seinen Dienst
aufnimmt, können wir das komplette Menu mit Suppe, Stocki, Wienerli und
Tee durckkochen. Die Sonne geht unter, es wird kalt und bald kriechen wir
in unsere Schlafsäcke, gilt es doch um 2:00 Richtung Pisco
loszumarschieren. Die Nacht verbringen wir trotz der Höhe ohne
Kopfschmerzen und brechen pünktlich auf.
Anfangs geht es beim Licht unserer Stirnlampen über die Geröllhalde der
Moräne und wir erreichen nach zwei Stunden die Gletscherzunge. Wir sind
froh einen Führer dabeizuhaben. Sich in der Dunkelheit in dieser
Schutthalde zurechzufinden wäre in der Nacht gar nicht so einfach gewesen.
Wir ziehen Steigeisen und Klettergurt an, sichern uns mit dem Seil und ab
geht's auf den Gletscher. Hoch über uns sehen wir die Lichtpunkte der
anderen Seilschaften, die vor uns aufgebrochen sind. Um 5:00 beginnt es zu
dämmern und die umliegenden Berge werden wie in einem kitschigen Bergfilm
mit Louis Trenker in ein zartes Rosa gehüllt. Herrlich. Der Aufstieg geht
flott voran und begeistert nehmen wir die um uns auftauchende Bergwelt
wahr. Die Schlüsselstelle ist eine 50 Meter hohe, eisige Steilwand,
die wir problemlos meistern und danach geht es, den Gipfel vor Augen,
durch grandiose Gletscherlandschaft. Um 8:30 stehen wir auf dem Gipfel und
geniessen die herrliche Rundumsicht. Viel Zeit haben wir leider nicht, da
unser Führer zum Abstieg drängt, da die Schlüsselstelle ein Engpass ist
und man da locker viel Zeit verlieren kann, wenn man auf die anderen
Seilschaften warten muss. Der Abstieg geht wunderbar locker und beschwingt
laufen wir an den schnaufenden Seilschaften vorbei, die den Gipfel noch
vor sich haben. Das Geröllfeld am Schluss hätten wir gerne überflogen,
doch zur Mittagszeit sind wir beim Zelt und spähen stolz zum Gipfel rauf,
den wir ein paar Stunden vorher erklommen haben.
Wir packen alles zusammen und wandern Richtung Parkplatz, wo wir unseren
Landy unversehrt wiederfinden. Runter nach Caraz, wo wir nach langer Suche
endlich ein Hostal finden, wo wir uns unterstellen können. Dann ab ins
Restaurant, der Magen knurrt schon eine geraume Zeit, ne heisse Dusche und
ab ins Dachzelt.
Nach herrlich durchschlafener Nacht, trocknen wir alle unsere Sachen und
dann geht es durch die enge Schlucht des Canon del Pato der Küste
entgegen. Die Strasse ist abenteuerlich in den Fels gehauen und steil geht
es auf beiden Talseiten hoch. Durch Wüstenlandschaft geht es Richtung
Trujillo. Dort besichtigen wir die verschiedenen Ruinen der
Mochica und Chimu. Die Stadt selber hat eine schöne Plaza, ein paar schön
restaurierte koloniale Gebäude und das war's denn schon. Nächstentags geht
es nach Chiclayo, das einen riesigen Markt beherrbergt und von dort
durch langweiligste Wüstenlandschaft durch Piura, das gar nichts
vorzuweisen hat, durch Sullana, das wie eine grüne Oase der Wüste
trotzt, nach Talara an der Küste. Hier wird fleissig nach Erdöl
gebohrt und an einem heimeligen Plätzchen zwischen den Ölpumpen schlagen
wir unsere Nachlager auf. Mitten als wir am Pastakochen sind stellt unser
Gaskocher ab. Das gibt es doch nicht, wir haben doch erst im Februar
aufgefüllt und normalerweise reicht die Flasche 9 Monate. Nun ja, wieder
unseren kleinen Expeditionskocher ausgepackt, diesmal mit Diesel gefüllt
und siehe da, funktioniert bestens. Tags darauf machen wir uns auf, unsere
Gasflasche aufzufüllen, sollte kein Problem sein, bei dem Gas und Öl, das
hier im Boden steckt. Schnell werden wir zur nächsten Gasabfüllanlage
verwiesen, ein kurzer Check, der Adapter passt, super, kein Problem.
Denkste !!! Man lässt uns eine geschlagene Stunde warten und verkündet uns
dann, dass sie hier keine 5kg Flaschen, sondern nur 10 oder 45 kg Flaschen
auffüllen würden. Nach einer geschlagenen halben Stunde der freundlichen
Diskussion mit dem Leiter der Anlage, habe ich die Schnauze voll und bin
nahe dran, ihm unsere leere Gasflasche um den Kopf zu hauen. Ein paar
letzte Worte, die ihm die Verwandschaft zu seinem Analbereich erläutern
und weg sind wir. Mittlerweile ist es Mittag. Doch die Odyssee geht
weiter. In El Alto soll man auch Gasflaschen auffüllen können, wurde uns
gesagt. Also nichts wie hin. Doch dort handelt es sich um eine Tankstelle
für naturgasbetriebene Fahrzeuge, Fehlanzeige. So geht's weiter zu einem
Mechaniker, bei dem wir einen Adapter löten lassen, mit dem wir von den
grossen 45kg Flaschen auf unsere kleine 5kg umfüllen können. Nach einer
längeren Zeit der Erklärung, nein, sie sind nicht begriffsstutzig, sie
brauchen eben ein bisschen länger, ist der Adapter fertig. Doch im ganzen
Dorf ist keine 45kg Flasche aufzutreiben. Hmm, wieder Fehlanzeige.
Mittlerweile ist 15:00. Ach ja, El Alto ist auch noch berühmt dafür, dass
hier die grössten Marline aus dem Meer geholt werden. Hemingway liess sich
hier zu seinem " Der alte Mann und das Meer" inspirieren. Wir fahren der
Küste entlang weiter nach Mancora, wo es uns endlich gelingt unsere
Gasflasche aufzufüllen. Den Adapter haben wir gar nicht gebraucht. Das
findige peruanische Köpfchen hat den Schlauch von seinem Gaskocher
abmontiert und bei uns in die Flasche reingesteckt und so das Gas
umgefüllt, so einfach ist das. So schnell ist in Südamerika ein Tag
vertrödelt......
Nun sind wir schon eine Woche hier in Mancora und es ist einfach herrlich.
Sonnenschein, Strand, Meer, jeden Tag Wind, so dass ich auf dem Kiteboard
herumturnen kann. Und dazwischen füllen wir das süsse Nichtstun mit dem
Verschlingen der sich in der Bibliothek aufgestauten Literatur auf. Leider
sind die Nächte eher kühl (~18°C) und das Wasser auch nicht viel mehr.
Somit ist nichts mit Kiten in Shorts, sondern Neopren ist angesagt. Doch
dafür scheint die Sonne jeden Tag und die Küche mit den leckeren
Meeresspezialitäten, vor allem der rohe Fischsalat Ceviche, lässt uns den
Aufenthalt hier einfach über die Runden bringen.
Wir bleiben noch ein paar Tage hier und dann geht es über die Grenze nach
Ecuador, wo wir uns dann mit den Verschiffungsmöglichkeiten nach
Neuseeland, Ausflug nach Galapagos und allerlei mehr herumschlagen müssen.
Peru hat uns sehr gut gefallen. Von allen bisher gesehen Südamerikanischen
Ländern weist es wohl die grösste landschaftliche wie auch kulturelle
Vielfalt auf. Wir fühlten uns immer sicher, haben oft wild gecampt und
wurden je nach Region reserviert bis freundlich aufgenommen.
Noch was zum Strassenverkehr:
Der Fahrstil ist vergleichbar mit dem auf unseren Skipisten. Der Hintere
muss immer aufpassen und auf der Hut sein. Der Vordermann, kann locker mal
mitten auf der Strasse anhalten, die Bremslichter funktionieren eh nicht
und Leute ein-und ausladen. Abbiegen ohne Blinker (was ist ein Blinker?)
ist an der Tagesordnung, doch da die Verkehrsdichte nicht sehr hoch ist
kommt man gut aneinander vorbei.
Vortrittsregeln sind keine erkennbar, als Faustregel gilt: der Stärkere,
Grössere, Mutigere hat immer Vorfahrt. Somit hatten wir mit unserem
Landrover gegen die kleinen koreanischen Flitzer meistens die Oberhand.
Das war's. Ciao Peru, Ecuador, wir kommen !!!
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