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Es war gar nicht so einfach sich von Mancora zu lösen, doch Ecuador soll
ja auch schöne Strände haben und so machen wir uns auf Richtung
Ecuadorianische Grenze. Das Abstempeln in Peru geht problemlos, doch in
Ecuador ist die Bürokratie schon ein wenige höher entwickelt. Da wir ohne
Carnet einreisen wollen, müssen wir zuerst eine notarielle Beglaubigung
haben, dass der Landrover unser ist und dass wir ihn wieder ausführen
werden, dafür blechen wir 12US$ hin (ja, Ecuador hat seit ein paar Jahren
den US$ als Nationalwährung), dann geht es zum Zoll, der leider
Mittagspause hat, dort kriegen wir nochmal eine Bescheinigung und dann
dürfen wir für drei Monate hier zirkulieren. Hat zwar länger gedauert als
an den anderen Südamerikanischen Grenzen, doch auch hier ohne grosse
Probleme.
Zuerst einmal geht es in die Berge nach Lojas. Nach der trockenen
und flachen peruanischen Wüste sind die grünen, bewaldeten Hügel und die
saftigen Wiesen auf denen Kühe und Pferde weiden, eine richtige
Augenweide. Doch dafür hat das Wetter von Sonnenschein auf Wolken und
Regen umgestellt. Lojas haben wir schnell abgehakt und machen uns durchs
Valle de los Volcanos auf nach Norden. Nach ein paar Kilometern
erspähen wir das Büssli von Evy und Michi das sich den Berg hochschnauft.
Wir halten, wie es sich für Südamerika gehört, mitten auf der Strasse an
und freuen uns über dieses überraschende Wiedersehen.
Weiter geht es gemeinsam nach Cuenca, das uns mit seiner tollen
kolonialen Altstadt begeistert. Am nächsten Tag besuchen wir in
Chordeleg den schönen lokalen Sonntagsmarkt und schon geht es weiter
nach Rio Bamba, von wo aus wir eine tolle Aussicht auf den 6310
Meter hohen Chimborazo haben. Mich juckt es noch in den Füssen, da wir ja
noch einigermassen höhenaklimatisiert sind, den mit 5'897 Metern höchsten
aktiven Vulkan der Erde, den Cotopaxi zu besteigen.
In Latacunga klappern wir ein paar Büros ab um uns über die Preise,
Wetter, Bedingungen etc. zu informieren. Esther ist mal wieder mässig
begeistert, da auch das Wetter nicht allzu toll ausschaut und uns auch
niemand eine einigermassen gescheite Prognose liefern kann. Und so hadern
wir herum, ob ja oder nein, oder doch ja, und so weiter und so fort und
entscheiden uns dann letztendlich doch einen Führer anzuheuern und den
Aufstieg zu wagen. Um 13:00 laden wir, Fernando unseren Führer auf und
fahren zu dritt in den Cotopaxi Nationalpark. Dort tuggen wir 20$ für uns,
2$ für den Führer und fahren bis auf 4'600 Meter, wo der Parkplatz ist.
Von dort begleiten wir noch Fernando zwecks Höhenanpassung zum Refugio und
danach geht es zum üppigen Nachtessen zurück ins Auto.
Um Mitternacht ist Tagwache angesagt. Frühstück, alles zusammenpacken,
Taschenlampe auf die Birne und los geht's. Das Wetter ist uns hold, fast
keine Wolken und die Sterne leuchten uns nur so. Herrlich !!! Nach einer
knappen dreiviertel Stunde sind wir beim Refugio und sehen erst jetzt den
Andrang der für den schmalen Weg herrscht. Etwa sieben andere Seilschaften
sind schon vor uns und wir sehen deren Lichter hoch über uns im Hang
leuchten. Anfangs geht es über eine Geröllhalde bis wir zum Gletscher
kommen, wo wir Steigeisen anziehen, uns anseilen und dann geht es richtig
los. In steilem Gelande (25-35°) geht es über zerklüftetes Eis nach oben.
Ab und zu ein Zwischenspurt, um die anderen Seilschaften zu überholen,
dann wieder Verschnaufen und Batterien in der Taschenlampe wechseln. Es
geht immer weiter steil rauf, eine Entspannung ist nicht absehbar.
Es ist eine ziemliche Schinderei und nicht vergleichbar mit der herrlichen
Besteigung des Pisco's in Peru. Jeder Höhenmeter will erkämpft werden.
Auch gilt es einige technisch anspruchsvolle Passagen, wie das
Überspringen, oder Überklettern von Gletscherspalten zu meistern. Zu
unserem Erstaunen müssen nur zwei Personen der anderen Seilschaften
umkehren, alle anderen meistern den Gipfel. So auch wir!!!
Sechseinhalb Stunden später haben wir es geschafft und können die Aussicht
geniessen und einen Blick in den Vulkankrater werfen. Wir bleiben fast
eine Stunde oben, picknicken gemütlich, geniessen die Ruhe hier oben und
machen uns dann auf den Rückweg.
Der Abstieg geht bedeutend einfacher, doch wir müssen höllisch aufpassen,
dass wir in dem schmalen, ausgetrampelten Eispfad, nicht mit den
Steigeisen irgendwo einhängen und uns kopfvoran den Hang runterstürzen. Um
12:00 sind wir beim Auto und wieder einmal froh, dass wir es geschafft
haben und uns nichts passiert ist. Wir laden unseren Bergführer in
Latacunga aus und fahren schon ziemlich müde nach Quito, wo wir das
erste Mal auf unserer Reise vorhaben, uns ein Hotelzimmer zu gönnen. Es
ist Rushhour als wir in Quito ankommen, die Hotels haben entweder keinen
Parkplatz, oder wir passen mit den Fahrrädern auf dem Dach nicht rein,
doch nach einer guten Stunde Sucherei finden wir ein passendes Hotel,
checken ein, nehmen eine heisse Dusche, stürzen uns ins Bett und ...
schauen fern ;)
Am nächsten Morgen geht die Herumrennerei für Galapagos, Verschiffung und
Flüge nach Neuseeland, die uns die nächsten paar Tage voll auf Trab halten
soll, so richtig los. Am Wochenende machen wir zur Auflockerung einen
Ausflug an den herrlichen Markt von Otavalo. Tausende von Ständen
werden aufgebaut, Zehntausende von Einheimischen in ihren typischen
Trachten bummeln durch die Gassen und wir geniessen es uns in diesem
Gewimmel herumzutümmeln. Zum Mittagessen gibt es leckeres Spanferkel mit
Kartoffelpuffern, danach können wir noch einer Volkstanzshow mit
Tanzgruppen aus ganz Südamerika beiwohnen und am Nachmittag fahren wir
hoch zur wunderschönen Laguna Mojada.
Zurück geht es nach Quito, wo wir im Park dem bunten Sonntagstreiben
zuschauen und als wir zurückkommen, haben wir einen Zettel von Evy und
Michi im Auto, dass sie einen guten Parkplatz gefunden hätten, also nix
wie hin. Bei einem Gläschen Wein werden die aktuellsten Erlebnisse und
vieles mehr beplaudert.
Am Montag klappern wir einige Galapagos-Agenturen ab und müssen
feststellen, dass die Auswahl an Reisedaten und erschwinglichen Schiffen
ziemlich eingeschränkt ist. Daneben gilt es noch aufzupassen, dass man
nicht auf einem lecken Seelenverkäufer untergebracht wird, der zwar super
günstig ist, doch leider, leider in Wartung ist und man dann Tagesausflüge
machen muss, jaaaaa, solche Stories gibt es zuhauf !!! Zu guter Letzt
finden wir ein günstiges Angebot auf der Poseidon, ein 16 Meter
kleines Schiffle mit insgesamt 10 Passagieren. Wir hoffen nur, dass es
nicht zu viel Wellen hat, denn sonst hängen wir dann eher an der Reeling
herum oder kotzen den Blaufusstölpeln die Füsse braun.
Zur Verschiffung: Nachdem uns bei Maersk in Quito niemand so recht
weiterhelfen konnte oder wollte und man uns nach Guayaquil weiterverwiesen
hatte, kommen wir dort an eine kompetente Ansprechsperson ran und kriegen
dort ein gutes Angebot und auch schon eine Reservationsbestätigung. Somit
steht der Reservation der Flüge nach Neuseeland nichts mehr im Wege. Von
Santiago her wissen wir, dass LAN Chile Flüge nach Neuseeland mit
Zwischenstop auf der Osterinsel und Tahiti ohne Aufpreis hat. Doch in
Quito sind diese Flüge partout nicht auffindbar. Nach einigem Hin und Her
stellt sich heraus, dass im Reservationssystem ein Fehler drin ist und
daher diese Flüge nicht erscheinen. Nach weiteren Abklärungen kriegen wir
unsere Flüge und können eine Woche auf der Osterinsel und drei Tage in
Tahiti abhängen, yepeee!
Endlich können wir uns an die Stadtbesichtigung Quitos machen und sind
begeistert: Herrliche koloniale Bauten, schöne Plazas und gemütliche
Gässchen laden zum Bummeln ein. Quito hat im Vergleich zu anderen Städten
Südamerikas ein konzentriertes Unterhaltungsviertel, wo Bars und
Restaurants aneinander gereiht sind und ein stetiges Sehen und Gesehen
werden herrscht.
Nachdem wir Quito gesehen und alles erledigt haben, geht es runter in den
Dschungel nach Misahualli. Nach einer abwechslungsreichen Fahrt
kommen wir am Abend an und können auf der Plaza den Dutzenden von
Kapuzineräffchen beim Spielen und Hundeärgern zuschauen. Die Affen sind
sehr neugierig, nehmen den Landrover genau unter die Lupe und verwechseln
mich mit einem Kletterbaum. Nächstentags fahren wir zum Amazoonico,
der von einer Schweizerin geführt wird und als Auffangsstation für
elternlose oder verkrüpelte Tiere fungiert. Tiere, bei denen eine
Überlebenschance besteht, werden wieder ausgewildert. So viel verschiedene
Affen an einem Ort haben wir noch nie gesehen und werden neugierig beäugt
und einige wollen auch an uns herumkraxeln, doch das sollte eigentlich
vermieden werden, da sie sich nicht zu stark an Menschen gewöhnen dürfen.
Nach diesem tierischen Erlebnis geht es weiter über Baños und die
Berge Richtung Küste. Das ist schon unglaublich hier in Ecuador: in einem
Tag kann man vom Dschungel über 4000'er Pässe runter ans Meer fahren.
Nach zwei Tagen Fahrt durch Bananen- und andere Plantagen kommen wir in
Esmeraldas an, einer Hafenstadt im Norden, die vorwiegend von
Schwarzen bevolkert wird, die hier früher als Sklaven gerackert haben. Es
bleiben uns noch ein paar Tage, bevor wir in Guayaquil sein müssen und
fahren gemütlich der Küste entlang runter. Es hat einige schöne Strände,
ein paar schöne Orte, doch das Wetter macht nicht mit, es ist ständig
bewölkt und das Thermometer klettert selten über 24°C, es sei eben Winter
hier teilt man uns mit. Das hätten wir echt nicht gedacht, dass es auch
hier am Äquator so grosse jahreszeitliche Unterschiede gibt. Dabei haben
wir uns doch so auf Sonne, Strand und Planschen im Meer gefreut.
Im gemütlich, touristischen Montañita bleiben wir zwei Nächte und
geniessen die relaxte Atmosphäre.
Am schönen Strand von Playas, wo der Schweizer Jean-Marie sein
schmuckes Hotel Bellavista führt, machen wir auch noch Halt und
holen uns, als endlich mal die Sonne hinter den Wolken erscheint, einen
feschen Sonnenbrand.
In Guayaquil kommen wir bei Fernando und seiner Familie unter, die
wir in Quito kennengelernt haben. Muchas gracias. Hier müssen wir unser
ganzes Auto leerräumen und es von oben bis unten peinlichst genau
reinigen. Bei der Putzfirma bin ich mittlerweile der suizo locco, der
verrückte Schweizer, der unter dem Auto herumkriecht und jede
Ritze mit dem Finger auf Dreck absucht, während Esther den ganzen
Kleinkram entstaubt, wäscht und neu verpackt. Doch die Neuseeländische
Quarantänekontrollie soll ziemlich pingelig sein und wir wollen denen
keinen Anlass zum Meckern geben. Die ganze Putzerei dauert fast drei Tage,
doch dafür sieht der Landy jetzt aus wie neu.
Tja das war's.
Und so schaut unser nächstes Programm aus:
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23.9. |
Landy geht in den Container |
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28.9. - 5.10. |
Galapagos auf der Poseidon |
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7.10 - 16.10. |
Osterinsel |
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17.10. - 20.10. |
Tahiti |
| 18.10. |
Landy kommt in Auckland an |
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20.10. |
Unsere Ankunft in Auckland |
Bis dann herrscht mal Funkstille von uns und wir melden
uns wieder, sobald wir drüben sind. Hasta luego America del
Sur, New Zealand we are coming, yo mate !!!
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