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Jaaaaa, mittlerweile sitzen wir schon seit über einer Woche in Auckland,
haben unseren Landy problemlos durch den Zoll und Quarantäne gebracht und
sind nun daran einige schon längst fällige Sachen am Landy in Ordnung zu
bringen, wie z.B. leckende Servolenkung und Kupplungspedal, der
Kühlschrank kann endlich repariert werden, Preise für die Verschiffung
nach Oz anfragen, Visum für Oz beantragen und, und, und... . Es wird uns
auf jeden Fall nicht langweilig, doch dazu ausführlicher im ersten
Neuseeland-Reisebericht. Jetzt ist zuerst mal Galapagos angesagt.
Halt, halt, zuerst noch zu den letzten Tagen in Guayaquil:
Nachdem wir den Landy blitzblank gereinigt haben, konnten wir ihn am
Freitag in den Hafen bringen, wo nach fast zwei Stunden Wartezeit, der
Zöllner und der Drogenpolizist inklusive Hund endlich Zeit hatten, unser
Gefährt eine Stunde lang nach Drogen zu durchsuchen. Dem Drogenhund gefiel
unser Landy so gut, dass er mit seinen dreckigen Pfoten auf die frisch
gereinigten Sitze gesprungen ist. Esther hätte beinahe ihre Tierliebe
vergessen und ihn eigenhändig erdrosselt. Nachdem sich noch vier
Hafenarbeiter an den Landy gehängt haben, passte er milimetergenau in den
Container rein. Verzurren, Türen zu, Siegel und Vorhängeschloss dran und
weg war er.
Die letzten Tage in Guayaquil konnten wir uns endlich dem Sightseeing
widmen. In den letzten Jahren ist dank diversen neuen Bauten und
neuerstellten Fussgängerzonen, aus der ehemals schmuddeligen Hafenstadt
ein sehenswertes Touristenziel geworden. Am Dienstag trafen wir uns zum
letzten Mal mit Evy und Michi und am Mittwochmorgen brachte uns Fernando
zum Flughafen. Nach eineinhalb Stunden kommen wir am
Flughafen von San Cristobal an, da der Flughafen in Baltra wegen
Umbau geschlossen ist. Der Guide nimmt uns in Empfang, wir warten noch auf
die anderen Gäste und dann geht es zu unserem Boot, der Poseidon.
16 Meter lang, 8 andere Passagiere und 5 Mann Crew sind die Eckdaten.Wir
beziehen unsere Kabine und schon gibt es Mittagessen.
Danach geht es zur Isla de la Lobos, wo wir unzählige Seelöwen,
feuerrote Krabben und Iguanas bestaunen können. Die Tiere haben in der Tat
keine Angst vor Menschen und wir können ihnen ganz nah kommen. Danach
können wir noch eine halbe Stunde mit den Seelöwen herumschnorcheln, was
einen Riesenspass macht, weil die Jungen sehr neugierig und verspielt
sind. Sie preschen mit einem irren Speed an uns heran und weichen erst
kurz vor der vermeintlichen Kollision aus. Leider ist das Wasser nur 15°C
kalt und trotz dem Neopren, sind wir nach einer halben Stunde ziemlich
durchfroren. Zurück an Bord gibt es heissen Tee und Kekse und es geht
wieder zurück in den Hafen. Dort Nachtessen und dann brechen wir um 22:00
auf Richtung Plaza Sur. Die See ist ziemlich rauh und unser Boot
schlingert wild in den Wellen herum. Dank Tabletten gegen Seekrankheit und
rechtzeitigem Abliegen in der Koje übersteht sogar Esther die Schaukelei
und die Füsse der Tölpel bleiben weiterhin blau.
Um 7:30 gibt es Frühstück, danach rein ins Beiboot zum Landausflug. Auf
Plaza Sur haben wir eineinhalb Stunden Zeit und können viele Seelöwen
und Iguanas bestaunen. Dann ab ins Wasser und mit Seelöwen und
Schildkröten herumschnorcheln, einfach super. Mittagessen und weiter geht
es Richung Santa Fe. Hier können wir einer Seelöwengeburt beiwohnen
und einige helle Iguanas bestaunen. Nachtessen, danach eine kurze
Besprechung des Programms für den nächsten Tag, Tablette schlucken und ab
in die Koje, denn das Boot legt bald wieder los. Wieder einmal gleicht die
Fahrt einem wilden Kamelritt und wir sind mehr als froh, dass unser Mareol
so gut wirkt.
Am nächsten Tag landen wir auf Santa Cruz, wo sich die Charles
Darwin Forschungsstation befindet. Hier können wir die riesigen
Galapagosschildkröten bestaunen. Diese wurden in der Vergangenheit wegen
ihres schmackhaften Fleisches fast ausgerottet, doch jetzt ist man wieder
daran den Bestand sicherzustellen.
Zurück wieder via Santa Fe nach San Cristobal, womit der erste Teil
unserer Galapagosreise abgeschlossen wäre. Ausser uns wechseln alle
Passagiere und auch die Crew. Wir besuchen noch das Visitorcenter auf San
Cristobal und dann geht es wieder zurück zum Boot, wo schon acht neue
Passagiere und die neue Crew eingetroffen ist. In den
nächsten fünf Tagen absolvieren wir die grosse Rundfahrt und können auf
jeder der Inseln faszinierende Tierbeobachtungen machen. Wir kriegen
Blaufusstölpel, Albatrosse, balzende Fregattvögel und Maskentölpel zu
Gesicht. Jede Insel bietet ein anderes Landschaftsbild. Doch generell sind
die Inseln vulkanisch mit karger Vegetation.
Der Koch zaubert immer wieder leckere Menus aus seiner einfachen Kombüse
und wir geniessen die gemütliche Atmospäre und die Plauderei mit den
anderen Gästen an Bord. Diese Tage vergehen wiederum im Nu und schon bald
schon steht der Rückflug an. Galapagos war ein Erlebnis,
doch hatten wir geglaubt die Artenvielfalt würde grösser sein.
Grundsätzlich gibt es dort Seelöwen, Schildkröten, Eidechsen, Krebse und
diverse Vogelarten zu sehen. Unter Wasser kann man mit Seelöwen und
Schildkröten schnorcheln und es hat Stellen wo man mit Hammerhaien tauchen
kann. Das Spezielle aber an Galapagos ist, dass gewisse Tierarten eben nur
hier existieren und die Tiere keine Angst vor Menschen haben.
In Guayaquil angekommen, sind wir noch am überlegen, ob wir Jorge anrufen
sollen, damit wir bei ihm die nächsten zwei Tage bleiben dürfen, doch
bevor wir uns entschieden haben, winkt uns schon Jorge entgegen. Er wusste
nicht mit welchem Flieger wir ankommen würden und so hat er schon fast
zwei Stunden auf uns gewartet, welch Überraschung. Die letzten zwei Tage
können wir bei ihm in seiner Villa verbringen, sein Chauffeur bringt uns
wann wir wollen in die Stadt und holt uns wieder ab. Nach diesen
herrlichen Tagen bringt uns Jorge zum Flughafen, die von Buchwalds kommen
auch noch schnell vorbei, um sich von uns zu verabschieden und um
Mitternacht geht es via Santiago de Chile auf die Osterinsel.
Muchas gracias Jorge y los von Buchwalds !!! Mit vier
tränenden Augen verabschieden wir uns von Südamerika. In fast eineinhalb
Jahren Herumreiserei haben wir diesen Kontinent kennen und lieben gelernt.
Die vielfältige Kultur, Landschaft und Küche, die bunten Märkte und die
nonchalante Lebenseinstellung haben uns begeistert und die vielen
herzlichen und freundlichen Menschen die wir kennenlernen durften machen
uns den Abschied nicht einfach. Das Lebensniveau in den Grossstädten ist
mit dem, der europäischen vergleichbar und auch mit der Sicherheit ist es
nicht so übel bestellt, wie es uns die Medien weismachen wollen. Eines der
Probleme ist sicher die schlechte Ausbildung der Bevölkerung und das
grosse Gefälle zwischen reich und arm. Eine ausgeprägte Mittelschicht
fehlt. Die Reiserei ist aber bei Weitem nicht so kompliziert und
strapaziös, wie wir es vor unserer Reise erwartet hätten und wir würden
jederzeit nach Südamerika zurückkehren. Hasta Luego America
del Sur !!!
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