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Zu den Fotos
Uiuiuiuiui, wie die Zeit vergeht, wir sind schon mehr als einen Monat hier
in Neuseeland und haben noch nichts von uns hören lassen. Doch bei dieser
geballten Ladung an Touristenattraktionen die hier locken, ist es gar
nicht so einfach Zeit zum Tippseln zu finden. Die ersten
zwei Wochen in Auckland konnten wir bei meiner Cousine Zuzana und ihrem
Freund Colin wohnen und haben die Zeit vornehmlich damit verbracht, allem
möglichen nachzurennen und zu organisieren. Thanks a lot Zuzo and Colin
!!! Den Landy haben wir problemlos aus dem Container
gebracht und auch die Quarantänekontrolle ging schnell vor sich: Blick ins
Auto rein, Blick unter die Motorhaube, Landy auf die Rampe, unten rein
leuchten, das wars. Wir mussten nichts rausnehmen und drinnen haben die
nur unter die Fussmatten geschaut. Alle waren freundlich, kompetent und
innert ein paar Stunden waren wir raus aus dem Hafen. Doch danach mussten
wir den Landy noch offiziell in Neuseeland anmelden. Eigentlich auch kein
Problem, es gibt unzählige Garagen bei denen man die Anmeldung vollziehen
kann. Dabei wird auch eine technische Prüfung abgenommen und da hat der
indischen Beamte (es hat Abertausende von Indern und Chinesen in Auckland
!!!) die paar kleinen Risse in der Windschutzscheibe und die leuchtende
ABS-Warnleuchte beanstandet. Alles geduldige Überreden, dass es keinen
Sinn mache, die Scheibe zu wechseln, da sie in Australien eh wieder
zerdeppert wird, half nichts. Er blieb stur und wir wurden sauer, was auch
nicht weiterhalf.
Danach galt es unseren, seit mehr als einem halben Jahr defekten Kühlschrank
wieder auf Vordermann zu bringen. Nun ja, ein neuer Kompressor hätte
lockere 800 Fränkli aus der Reisekasse gerissen und der Kühlschrank
komplett hat neu weniger gekostet. So habe ich den Kompressor noch einmal
genau unter die Lupe genommen und dann nach langer Suche herausgefunden,
dass zwei Anschlüsse am Motor unterbrochen waren. Anschlüsse fixiert,
alles mit Araldit vibrationssicher verpappt und jetzt galt es nur noch jemanden
zu
finden, der den Kompressor wieder zusammenschweisst und wieder in den
Kühlschrank einbaut. Nun, nach fast zwei Tagen des Herumtelefoniers und
Herumfahrens fanden wir jemanden, der den Kompressor wieder
zusammenschweissen konnte und einen Tag später, noch einen anderen Spezi,
der das Ding wieder einbauen und füllen konnte. Und siehe da, das Ding
läuft wieder und wir können wieder den Weisswein kalt stellen.
Daneben musste der Landy noch in die Werkstatt, um die leckende
Servolenkung (die schon einmal in Bariloche repariert und offensichtlich
verpfuscht wurde) zu revidieren, den tropfenden Kupplungspedalzylinder zu
ersetzen und noch ein paar andere Sachen erledigen. Einige Teile kriegten
wir günstiger, da Bruce, der Garagist Freude an unserer Reise hatte und
den Preis drücken konnte. Eine neue Windschutzscheibe kriegten wir dann
von Fiona, einer Kollegin Zuzas gesponsort, die bei einem Glasspezialisten
arbeitet. Absolut super. So kamen wir dann beim zweiten Anlauf problemlos
durch die technische Prüfung, wobei der Beamte, die Linkslenkung nicht
gewohnt, mit unserem Landy fast in den Schacht runtergedonnert ist. Daneben mussten wir noch
Anfragen starten für das Australische Visum und die Verschiffung dorthin,
einen
neuen Pass beantragen, da er bald abläuft, Homepage aktualisieren,
Tagebuch nachführen und, und, und, ... . Nein, es wurde uns gar nicht
langweilig !
Aber keine Sorge, dazwischen haben wir es aber doch noch geschafft,
Auckland anzusehen. Zuza und Colin fungierten als excellente Stadtführer
und haben uns auch in die von Touris weniger besuchten Ecken geführt. Die
Stadt ist modern, sauber, hat tolle Bars und Restaurants und ist ein
Schmelztigel der verschiedensten Asiatischen und Pazifischen Kulturen. Für
Wassersportler ist die Stadt ein Paradies, jeder dritte Aucklander besitzt
ein Boot, mit dem er nach Arbeitsschluss oder am Wochende in See sticht.
Nachdem wir zwei Wochen bei Zuza und Colin verbracht haben, wurde es an
der Zeit, selbst die Anker zu lichten und Neuseeland zu entdecken.
Von Auckland geht es als erstes nach Südwesten. Durch grüne, hügelige
Landschaft, an Tausenden von Schafen vorbei, kommen wir in Raglan
an und entdecken schon bald die Tücke, um einen geeigneten
Übernachtungsplatz zu finden. An jeder Ausfahrt oder Parkplatz stehen
Verbotsschilder, die Campieren verbieten und der Rest des Landes ist
eingezäunt. Na, das kann ja noch heiter werden. Doch zu guter Letzt finden
wir einen Aussichtspunkt, wo kein Schild sichtbar ist, klappen das
Dachzelt auf und geniessen den Sonnenuntergang an der schroffen Küste.
Weiter geht es zu den Waitomo Caves, wo man unter anderem
Blackwater Rafting betreiben kann. Mit Neoprenanzug, Grubenlampe und
Autoschlauch ausgerüstet, kann man in das ausgedehnte Höhlensystem rein,
wo man im unterirdischen Fluss herumplanschen kann. Dazwischen locken
Höhlenbesichtigungen aller Art, Mehrtagestouren, und, und, und ... . Das
ganze natürlich zu ziemlich gesalzenen Preisen und so begnügen wir uns
damit nur die Prospekte und die Werbefilme anzuschauen. Weiter geht es
durch schöne Landschaft nach Taupo, wo wir fast schon einen
touristischen Kollaps erleiden. Alle paar Kilometer preisen
Strassenschilder die unterschiedlichsten Higlights an: Stromschnellen,
Geysire und Schlammpools, Bienentour, Vulkancenter, Jetboattouren,
Weintouren, Raddampfertouren, Zielgolfen auf eine Plattform im See,
Angorahasen schären, und und und und und...... . Wenn wir nach Hause
kommen, werden wir Köbis Miststock in Misty Peak umbenennen und
Blackwaterschnorchling in der Jauchegrube anbieten.
Als nächstes Highlight fahren wir am Mt. Ruapehu vorbei,
einem aktiven Vulkan, der 1995 das letzte Mal die ganze Region
eingeäschert hat. Das Infozentrum hat eine tolle Ausstellung zu dem
Ereignis und viel Wissenswertes zu den Aktivitäten in der Region: Wandern,
Klettern und, und, und, ... .
Vor lauter Highlights brummt uns nur noch der Schädel und zur Entspannung
gondeln wir auf dem Heritage Trail durch wunderschön grüne,
hügelige Landschaft, an Tausenden von Schafen vorbei, hmmm, hatten wir das
nicht schon mal? Fahren am Mount Egmont vorbei, einem wunderschön
symmetrisch geformten Vulkan und verbringen wieder mal eine Nacht bei
herrlichem Sonnenuntergang an der Küste.
Tags darauf kommen wir schon in Wellington, auch Windy City
genannt, an. Jeden Tag bläst es volle Pulle durch die Gassen und man muss
ganz schön achtgeben, um nicht von entflogenen Chihuahuas erschlagen zu
werden, (nur ein bisschen übertrieben ). Dafür kann sich Frau teure
Friseurbesuche ersparen, da der Wind eh alles, ausser radikalen
Kurzhaarfrisuren, zunichte macht.
Die Stadt selber ist toll in einer Bucht gelegen, hat ein schönes
Fussgängerviertel, eine coole Skyline, viele hippe IN-Lokale und ein
fantastastisches Museum, das Te Papa, in dem wir fast drei Tage
verbringen. Schlafen können wir zentral auf dem Parkplatz neben dem
Museum.
Nach drei Tagen nehmen wir die Fähre und schippern in knappen vier Stunden
durch die eindrucksvollen Marlborough Sounds, einer wunderschönen
Fjordlandschaft auf die Südinsel rüber. Hier besuchen wir als erstes
Andreja, die Schwester meines guten Freundes Dani, die hier mit ihrem
frischgebackenen Ehemann lebt. Die beiden nehmen uns herzlich auf und wir
werden mit Champagner, Neuseeländischem Wein und excellenter Küche
verwöhnt. Herzlichen Dank Andreja und Sean.
Die anschliessenden Tage fahren wir mit dem Auto zwischen den Fjorden
herum und lassen die herrliche Landschaft auf uns wirken. Immer wieder
finden wir schöne, einsame Plätze wo wir die Abende mit einmaliger Aussicht
beschliessen können.
Auf der Jagd nach Highlights geht es weiter in den Abel Tasman NP
wo wir wunderschöne Küstengegend und in der Golden Bay schöne
Strände und schroffe Küste geboten kriegen.
Von der Nordküste geht es wieder durch herrlich grüne, jaaaa und an
tausenden von Schafen vorbei an die Westküste. Hier haben wir
unglaubliches Wetterglück. Statt der jährlich 6 Meter Regen, die es hier
runterschüttet, haben wir jeden Tag Sonnenschein und geniessen die Fahrt
der herrlichen Küste entlang nach Süden. Wir machen die obligaten
Abstecher zum Franz Josef und dem Fox Gletscher. Sind schon
imposant anzuschauen, wie sie in das enge, grüne Tal bis fast auf
Meeresniveau runterfliessen.
Weiter geht es der Küste entlang über den Haast Pass nach
Wanaka, wo wir ein paar Tage bleiben und endlich mal wieder unsere
Bikes bewegen. Das Wetter ist meist sonnig, doch bei Wind kühlt
es merklich ab und die Nächte sind mit 4-8°C auch nicht sonderlich warm.
Doch wenn die Sonne scheint, brennt es einem, wegen dem hier
vorherrschenden Ozonloch ganz schön die Löffel von der Birne (für unsere
hochdeutschen Leser: es brennt uns die Ohren vom Kopf weg).
Fünf Wochen sind wir nun hier in Neuseeland und es ist einfach herrlich.
Alles ist sauber und aufgeräumt, die Natur ist wunderschön und
abwechslungsreich, das Land besteht nur aus schmucken Einfamilienhäuschen,
selbst das kleinste Kaff hat ein Touristeninformations-Büro, wo man sich
kiloweise mit Broschüren, Karten und Zeitschriften eindecken kann, überall
hat es Raststellen mit PicNic Tischen, Feuerstellen und sauberen
Toiletten, wo man das Papier in die Schüssel schmeissen kann (ist nach
Südamerika fast schon ein wenig ungewohnt für uns), die Menschen sind im
Vergleich zu Südamerika eher reserviert, aber sehr freundlich und
hilfsbereit, überall hat es Wegweiser, die es einem schlichtweg
verunmöglichen, sich zu verfahren. An den Linksverkehr haben wir uns
problemlos gewöhnt, nehmen ihn sozusagen mit Links.
Es ist hier so schön und einfach zum Herumreisen, dass es uns fast schon
zu langweilig ist. Keine Polizisten, die uns anhalten und beiläufig ein
paar Pesos für den Treibstoff ihres Motorrades erbetteln wollen, keine
Schlaglöcher oder Schlammpisten, keine Jugendlichen, die an den
Strassenkreuzungen Scheiben waschen oder Bananen, Ananas, oder was auch
immer verkaufen wollen. Keine Indigenas, die mit ihren Schafen und
Schweinen spazieren gehen, keine Anarchie und Chaos auf den Strassen bei
denen der stärkere Vortritt hat. Keine bunten Märkte und Strassenstände,
die einem die verschiedensten, exotischen Leckereien zu einem Spottpreis
verkaufen.
Hier ist alles so normal wie bei uns in der Schweiz und die Preise sind es
ebenfalls. Daneben wird hier jeder Furz (Du hattest recht Fredy !) zur
Touristenattraktion hochstilisiert, für den auch noch mächtig abkassiert
wird. Auf den Strassen sind hunderte von Wohnmobilen unterwegs und an den
Aussichtspunkten ist man selten allein. Doch trotz allem gelingt
uns immer wieder, schöne Übernachtungsplätze in der Wildnis, abseits des
Touristentrosses zu finden und wir lieben es dem niedlichen
Hobbit-Kiwi-Slang zuzuhören. Das wars mal wieder von uns
aus dem schönen, aber wenig herausfordernden Neuseeland.
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