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Die Bräune haben wir nachgetankt und ganz locker in einen
Sonnenbrand umgewandelt (vor allem Petr) und schon ging es unaufhaltsam
weiter Richtung Labrador. Auf der Gaspé Halbinsel folgen wir einem
Flusslauf, der fast mehr Fischer als Fische zu beherbergen scheint und
setzen mit einer Fähre über den Golf von St. Lawrence, von Matane nach
Baie-Commeau über. Auf der Fähre lernen wir ein Ehepaar aus Labrador City
kennen, das uns zu sich nach Hause einlädt.
Von Baie-Commeau sind es 550 km nach Labrador City und nochmals 555 km von
Labrador City zur Happy Valley Goose Bay, dem nördlichsten Punkt im Osten
von Kanada. Davon sind über 850 km Schotter ! Dazwischen liegt
Niemandsland, nur Wälder und Seen. Die Distanzen, die Weite, die
Einsamkeit sind unbeschreiblich und für Europäer, die dichtbesiedelte
Landschaften gewohnt sind, unvorstellbar. Zum Vergleich: Auf der Strecke
Zürich bis Norddeutschland läge nur eine Stadt.
Wir lassen uns an einem einsamen See nieder und verbringen dort drei
wunderbare Tage mit Lesen, Holz sammeln und hacken, Feuer machen, grillen,
mit dem Schlauchboot den See erkunden, mails schreiben, durch die
Landschaft spazieren, etc, etc.
Nach diesem Trapperdasein fahren wir nach Labrador City, zum Ehepaar
Blackmore. Sie nehmen uns herzlich auf und wir verbringen drei wunderbare
Tage bei Ihnen. Welche Gastfreundschaft: Sie kennen uns kaum, doch sie
organisieren eine Führung durch die Eisenerzminen, ermöglichen uns den
Upload der Homepage, führen uns in Labrador City herum und dies obwohl wir
uns nur kurz vorher auf der Fähre kennengelernt haben. Herzlichen Dank!
Ein paar Stichworte zu Labrador City: Ist 1961 gegründet worden und
besitzt die grösste Tagbau-Eisenerzmine der Welt. Im Winter liegt im
Schnitt 5 Meter Schnee und die Temperaturen steigen zwischen Dezember und
Februar nie über -25 Grad Celsius und können locker gegen - 50 Grad
absinken. Jeder Bewohner hat mindestens einen Schneeschlitten, mit dem er
im Winter auf den gefrorenen Flüssen und Seen herumheizen und auf Jagd
gehen kann. Zwei grosse Karibouherden (pendant zu unseren Hirschen) von je
500'000 Tieren ziehen im Winter an Labrador City vorbei und erweitern den
Speiseplan.
Von Labrador City geht es weiter gegen Osten zur Goose Bay. Auf dem Weg
dahin, kommen wir an einem der grössten Wasserkraftwerke der Welt vorbei:
5.5 Gigawatt, 11 Francis-Turbinen und das alles unterirdisch.
Von dort ist es nur noch ein Katzensprung von 300 Schotterkilometern zur
Goose Bay. Die dortige US Air Force Station wird u.a. von NATO Nationen
zum Training von Überschall-Tiefflügen verwendet und besitzt mit über 5 km
eine der längsten Runways der Welt. Goose Bay ist neben dem Salt Lake City
eine mögliche Landedestination des Space Shuttle. Ihr seht, Labrador weist
einige Superlative auf.
Dort angekommen, lernen wir den Leiter des dortigen Krankenhauses kennen,
der uns die gesamte Air Force Basis, die Umgebung zeigt und uns zum
Nachtessen einlädt.
Wir sind am nördlichsten Punkt im Osten Kanadas angekommen und sind
fasziniert von der Landschaft, der Weite und vor allem der
Gastfreundschaft der Einwohner, die uns lange in Erinnerung bleiben
werden.
Auf uns wartet nun wieder 1200 km unendliche Weite, die wir gerne auf uns
nehmen. Einerseits ist es ein unbeschreibliches Gefühl durch diese Weite
zu reisen, andererseits freuen wir uns aber, wieder in wärmere Gefilde zu
gelangen, hat die Tagestemperatur die 15 Gradmarke nur selten
überschritten, so waren die Nachtemperaturen meistens um den Nullpunkt. |